Wie das elektronische Patientendossier das Gesundheitswesen in der Schweiz revolutioniert

Stellen Sie sich folgendes, hoffentlich nie auftretendes, Szenario vor: Sie sind mit Ihren Freunden unterwegs. Ganz ausgelassen und sorgenfrei genießen Sie das wohlverdiente Feierabendbier in der Kneipe nebenan. Doch plötzlich fühlen Sie sich nicht gut und niemand weiß, was Ihnen fehlt. Sogar der Rettungswagen muss gerufen werden. Auch im Krankenhaus kann so schnell keine Diagnose getroffen werden, da dem behandelnden Arzt entscheidende Informationen über Ihre Vergangenheit fehlen. Wichtige Minuten und Stunden verstreichen, bis zur Behandlung.

Und jetzt stellen Sie sich vor, dass Ihnen binnen kürzester Zeit die richtigen Medikamente verabreicht werden und Sie schon am nächsten Tag das Krankenhaus munter verlassen können, weil der Arzt schnell erkannt hat, worunter Sie leiden und was Sie brauchen.

„Und wie?“, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Den entscheidenden Unterschied wird zukünftig das elektronische Patientendossier machen.

Das elektronische Patientendossier

Das elektronische Patientendossier – kurz: EPD – ist eine Sammlung von Daten der Patienten wie zum Beispiel Impfausweis, Röntgenbilder, Rezepte oder Austrittsberichte der Spitäler. Klarer Vorteil des elektronischen Dossiers:  Ihre Gesundheitsdaten liegen stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort vor.

Als Ziel wurde folgendes definiert und im EPD-Gesetz niedergeschrieben:

„Mit dem elektronischen Patientendossier sollen die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt, die Behandlungsprozesse verbessert, die Patientensicherheit erhöht und die Effizienz des Gesundheitssystems gesteigert sowie die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten gefördert werden.“

So funktioniert das EPD

Jeder Bürger der Schweiz kann freiwillig ab Frühling 2018 ein EPD eröffnen. Davor muss er ausreichend informiert werden und eine schriftliche Einwilligung abgeben. Nach der Eröffnung eines neuen EPDs wird eine zufällige Personenidentifikationsnummer generiert und dem Patienten zugeteilt. Die Zentrale Ausgleichsstelle darf zur Qualitätssicherung die Patientenidentifikationsnummer mit der Versichertennummer verknüpfen und dafür Gebühren erheben.

Die Frage nach dem Datenschutz

Die Daten der Patienten liegen an einem zentralen Speicherort und können jederzeit, ob unterwegs, beim Arzt, Zuhause oder im Ausland, abgerufen werden. Das Bundesgesetz für elektronische Patientendossiers, das EPDG, schreibt vor, wie das EPD organisiert und technisch gespeichert werden muss, damit Ihre Daten vertraulich und nur für ausgewählte Personen einsehbar sind. Zusätzlich wird jeder Zugriff dokumentiert und gespeichert. Das EPD kann stetig um Dokumente der Gesundheitsfachpersonen oder des Patienten selbst ergänzt werden. Doch welche Daten schließlich hochgeladen werden, bestimmt der Betroffene selbst.

Wem ein Zugriff auf welche Daten des EPDs gewährt wird, entscheidet der Patient selbst, indem er den Gesundheitsfachpersonen oder Vertrauenspersonen die Zugriffsrechte erteilt (gemäß §816.1 3. Abschnitt Artikel 9 des EPDG). Wird man von einem Arzt behandelt, der noch keine Zugriffsrechte auf das EPD besitzt, können ihm diese ganz einfach mittels einer App zugeteilt werden. Dafür wählt man die entsprechende Gesundheitsfachperson aus und gewährt dieser Zugang zur Krankenakte.

Für das eingangs beschriebene Szenario würde es also wie folgt ablaufen: Sie informieren den behandelnden Arzt, dass Sie im Besitz eines EPDs sind, öffnen die App und verteilen die Zugriffsrechte. Somit kann Ihr Arzt die Symptome Ihrem Krankheitsbild zuordnen, eine schnellere und bessere Diagnose stellen und zügig mit der richtigen Behandlung beginnen.

Doch was ist, wenn man nicht mehr in der Lage ist, dem Arzt die Rechte zu erteilen? Dieser Fall stellt die einzige Ausnahme dar, nämlich einen medizinischen Notfall. Denn dort ist der Zugriff auch ohne entsprechende Rechte erlaubt – allerdings muss der Patient im Nachgang über den Zugriff informiert werden. Wichtig ist auch, dass den Gesundheitsfachpersonen und den Vertrauenspersonen jederzeit und ohne Angabe von Gründen Zugriffsrechte entzogen werden können.

Passende Software-Lösungen ermöglichen die Umsetzung

Die adeon, d.velop-Partner in der Schweiz, unterstützt die Spitäler bei der Einführung des elektronischen Patientendossiers. Das Unternehmen stellt spezifische Lösungen für den medizinischen Bereich und für die Verwaltung bereit. So stehen Patienteninformationen einfacher zur Verfügung und können wichtige Maßnahmen schneller und gezielter getroffen werden.

Mehr über die Lösungen der adeon erfahren Sie hier: http://adeon.ch/loesungen/elektronisches-patientendossier/

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