#Bonpflicht 2020 – eine nicht ganz ernst gemeinte “Abrechnung”

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Die #Bonpflicht gilt seit dem ersten Januar 2020 und sorgt nach fast 72 Stunden bereits für jede Menge Gesprächsstoff – vor allem im Netz. Sofern Sie die letzten drei Tage noch nicht beim Bäcker Ihres Vertrauens gewesen sind und in dessen missmutige Miene geblickt haben, oder gar so reagiert haben:

… lassen Sie mich kurz und knapp aufklären:

Was ist die Bonpflicht?

Ab 2020 gilt die Bonpflicht pro verkauftem Einzelartikel in Deutschland. Nach dem “Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen” (kurz: Kassengesetz 2020) muss ab dem 01. Januar jeder Käufer einen Bon bekommen – zwingend. Die lückenlose elektronische Dokumentation soll dazu beitragen, dass künftig keine Umsätze mehr an den Finanzämtern vorbeifließen. Ziel dieser Maßnahme der Bundesregierung ist es also, Läden zu überführen, die Steuern hinterziehen, um so Steuerbetrug zu verhindern.

Was löst das neue Gesetz in uns aus?

Ungeachtet der Tatsache, dass wir selbstredend die deutsche Gesetzgebung respektieren, sind wir von Berufs wegen bei der d.velop AG bekanntermaßen fanatische Gegner des bedruckten Papiers.
Aus diesem Grund beschäftigt uns dieses Thema, denn sicherlich gibt es auch digitale Alternativen…

Mit dieser Einstellung sind wir nicht allein. Dieser Artikel möchte die zahlreichen und unterschiedlichsten Stimmen einfangen und somit einen kleinen – und bestimmt nicht ganz ernst gemeinten – Eindruck vermitteln, welche Gefühle die neue #Bonpflicht in Deutschland der beginnenden 20er-Jahre auslöst.

Was sagen die Verbraucher?

An erster Stelle denken wir bei der neuen #Bonpflicht an die Verbraucher, die in einigen Regionen jetzt nach Verlassen des Geschäftes von der Finanzbehörde vor Ort aufgefordert werden könnten, den Kaufbeleg vorzuzeigen.

Viele scheinen sich aber vorzubereiten, auf das, was da noch kommt 😉

Kurzer Einwurf: Wenn man jetzt ein Brot kauft und den Bon nicht mitnimmt, hat man dann ein Schwarzbrot? (*hust*)

Was sagen die Händler?

In erster Linie und am Härtesten trifft das Gesetz all die Bäcker, Friseur oder Einzelhändler von nebenan. Dass diese nicht hellauf begeistert sind, liegt auf der Hand.
Warum?

Das weiß beispielsweise unser Bäcker von nebenan mit nur einem einzigen Foto treffend auszudrücken. Bereits vor einem Monat druckte der Bäcker Michael Tenk aus dem münsterländischen Südlohn für jeden seiner Kunden einen Kassenbon aus. Die 600 weißen Zettel breitete er vor dem Verkaufstresen aus, schoss ein Foto und veröffentlichte es auf Facebook, wo der Beitrag hohe Wellen schlug.

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Aber nicht nur die Tatsache, dass es mühselig, aufwändig und teuer ist, hinter der Ladentheke einen Bon für jedes einzelne verkaufte Brötchen zu drucken und diese vor der Ladentheke sorgfältig für etwaige Prüfungen aufzubewahren, beschäftigt die Gemüter. Eine der wohl wichtigsten und umstrittensten Fragen in der Angelegenheit lautet wohl:

Was sagt die Umwelt dazu?

Denn diese hat hier ganz eindeutig das Nachsehen. Der Gesetzgeber pocht auf die milliardenfache Zettelpflicht. Der Bon-Zwang gilt für alle, die eine elektronische Kasse nutzen und das betrifft damit, wie bereits erwähnt, fast jeden Händler. Mit der Menge der jährlich ausgedruckten Kassenbons könnte man 43 Fußballfelder bedecken. Das ergibt eine Länge von 2,2 Millionen Kilometern. Das reicht aus, um den Äquator 50 Mal mit Kassenbons zu umwickeln, schlussfolgert die “Welt” in einem kürzlich erschienenen Artikel.

Bedenklich ist dabei auch: “Kassenbons bestehen aus Papier – trotzdem sollten sie nicht im Altpapier, sondern im Restmüll entsorgt werden. Denn meist werden sie auf Thermopapier gedruckt, das mit der schädlichen Chemikalie Bisphenol A beschichtet ist”, klärt das Umweltbundesamt auf der eigenen Website auf und gibt Tipps für die ordnungsmäßige Entsorgung. Allerdings darf laut Beschluss der EU die Chemikalie „Bisphenol-A” (kurz BPA) bei der Herstellung von Kassenbons aus Thermopapier seit dem 01.01.2020 nicht mehr verwendet werden. Trotzdem eine Belastung für die Umwelt, die bereits mit diversen anderen Problemen zu kämpfen hat:

Bleibt zu hoffen, dass man kurzfristig weiter an einer einvernehmlichen Lösung im Sinne der Unternehmen und der Umwelt arbeitet. Denn es gibt immer Möglichkeiten.

Ein Lichtblick? Der Bon in Papierform ist nicht obligatorisch

Denn HEY – nicht alle sind gegen die Bonpflicht und es gibt bereit innovative Vorschläge, wie man das Beste aus der Situation machen kann. Denn die Papierform ist nicht obligatorisch. Die Gesetzesänderung ist laut BFM bewusst „technologieneutral“ gehalten ist, sodass sowohl elektronische als auch Belege in Papierform rechtlich zulässig sind.

Bei bargeldlosen Transaktionen kann die Belegausgabe beispielsweise über das Handy oder die E-Mail-Adresse erfolgen. Allerdings setzt das eine Technologie und ein System voraus, das sowohl von Händler als auch Verbraucher genutzt wird und die gesetzlich notwendigen Belegangaben enthält. Bleibt abzuwarten, welche digitalen Lösungen es in diese Richtung geben wird.

Wir als d.velop sind jedenfalls Fan solcher digitaler Lösungen. Und die Umwelt auch.

Wie geht es jetzt weiter?

Einigen wir uns doch vorerst darauf, dass der Begriff #Bonpflicht wohl kaum Chancen verzeichnet als BONmot in die Geschichte einzugehen. Obwohl wir mit Recht behaupten können, dass der Begriff uns zumindest zu ebenjenem geistreichen Witzwort anregt, den das Bonmot impliziert.

Wir sind überzeugt, ähnlich wie es dieser Nutzer ist, dass uns die #Bonpflicht nicht zum letzten Mal in diesem Jahr verwirrt, geärgert, belustigt, sprachlos 😱 … oder kreativ gemacht hat.

Lasst uns bitte nicht weiter ausholen … nicht, dass wir hier die Kultusministerien noch auf Ideen bringen…

Ich jedenfalls schnappe mir jetzt meinen Eimer Popcorn und verfolge fleißig weiter, was noch kommen wird. Der d.velop Blog hält Sie auf dem Laufenden. Versprochen!

Lassen Sie uns aber bitte solange in den Kommentaren 👇 wissen, was Sie über die Bonplicht denken. Oder zwitschern Sie es einfach direkt an @d_velop

 

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