Digitalisierung in Unternehmen: Zwischen Hoffnungen der C-Suite und Vorbehalten der Mitarbeiter

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„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“ hat sich als Sinnspruch der Digitalisierung praktisch verselbstständigt. Und es zeigt sich, dass sowohl in der Wirtschaft als auch in den öffentlichen Verwaltungen aktuell viele Diskussionen laufen, Strategien erarbeitet oder bereits Umsetzungen vorangetrieben werden.

Das Ziel dabei ist, die digitale Transformation zu meistern, um auch in Zukunft noch den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden und gegen alteingesessene und neue Wettbewerber bestehen zu können. Vielen stellt sich aber noch immer die Frage, was Digitalisierung in Unternehmen überhaupt heißt und welche Aufgaben erledigt werden müssen.

Digitalisierte Prozesse, Digitale Daten, Digitale Vernetzung, Digitalisierte Geschäftsmodelle… Es gibt viel zu tun!

Der Frage, was für die „digitale Transformation“ des Unternehmens angegangen werden muss, haben sich u.a. die Professoren in ihrem Fachbuch „digitale Transformation des Unternehmens“ gewidmet. Identifiziert haben Sie zehn zentrale Bereiche der digitalen Transformation im betriebswirtschaftlichen Kontext:

✔ Digitalisierte Prozesse

✔ Digitalisierte Produkte

✔ Digital angebundene Lieferanten

✔ Digitalisierte Maschinen und Roboter

✔ Digital angebundene Kunden

✔ Digitale Vernetzung

✔ Digitalisierte Mitarbeiter

✔ IT-Systeme

✔ Digitale Daten

✔ Digitalisiertes Geschäftsmodell

 

Hinter jedem Bereich verbirgt sich ein Füllhorn an Einzelaufgaben. Dabei gilt es, Abhängigkeiten zwischen den Bereichen zu beachten. Einige müssen zwingend abgearbeitet sein, um weiterführende Maßnahmen darauf aufbauen zu können. So sind digitale Daten die Grundlage für u.a. digitalisierte Prozesse, ohne digitale Daten geht es nicht. An anderen Bereichen lässt sich parallel arbeiten. Insgesamt gibt es also viel zu tun.

Nun ja, selbst wenn die Themenliste von Appelfeller und Feldmann abschließend sein sollte, genügt es nicht, nur zu wissen, was es zu tun gibt. Es muss darüber hinaus klar sein, wer Treiber und Profiteure der Vorhaben sind – und nicht zuletzt, wer die Umsetzung durchführt und steuert. Denn eines ist gewiss: automatisch erledigen sich die Aufgaben nicht. Ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – vom Management bis zu den ausführenden Arbeitskräften – geht es nicht, auch wenn viele Dinge von externen Partnern und Lieferanten erledigt werden können.

Angestellte sind Teil einer Umsetzungsmaschine

Das Problem an dieser Stelle ist, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel im Tagesgeschäft stecken. Jedes Unternehmen hat individuelle, originäre Aufgaben, die ständig bewältigt werden müssen, um am Markt erfolgreich zu sein. Und gerade erfolgreiche Unternehmen sind sehr gut in der Erledigung dieser Aufgaben. Solche Unternehmen sind regelrechte Umsetzungsmaschinen, die wie ein Uhrwerk laufen. Und genau deshalb außerordentlichen Themenstellungen häufig nur wenig Platz zugestehen.

Nur neue Anforderungen und Veränderungen der Märkte, der Technologien – allgemein der Welt – zwingen Unternehmen, aus solchen strikten Umsetzungsmodi auszubrechen. Der digitale Wandel ist eine solche neue Anforderung, aus der Handlungsbedarf entspringt.

Ein Großteil der Geschäftsführer und Führungskräfte sieht dies auch gar nicht kritisch, sondern vielmehr chancenorientiert, wie eine aktuelle Studie der Bitkom von 2018 zeigt (vgl. die linke Seite der folgenden Abbildung).

Es bleibt jedoch das Problem der konkreten Umsetzung. So antworteten im Rahmen einer Studie von Microsoft die dort befragten deutschen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, dass sie in neuen Technologien häufig eher eine Belastung als eine Chance sehen (rechte Seite der Abbildung).

Digitalisierung in Unternehmen zwischen Hoffnungen und Vorbehalten

Einerseits gibt es also die Hoffnung, Vorteile aus der digitalen Transformation zu ziehen. Andererseits gibt es die Menschen, die die Digitalisierung in Unternehmen umsetzen müssen, aber zumeist durch die tägliche Arbeit ausgelastet sind. Und obwohl Unternehmen in Gänze häufig sehr gut in der Bewältigung ihrer originären Aufgaben sind, ist diese individuelle Auslastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zwingend mit operativer Effizienz verbunden.

So zeigte beispielsweise Glen Wilson, der Professor für Psychologie, der an der University of London war, dass regelmäßige Ablenkungen durch ankommende E-Mails und Telefonanrufe, zu einer Reduzierung des IQs um bis zu 10 Punkten führen kann. Zugegeben, die Aussagekraft dieser Studie wurde in den Medien überstrapaziert. Interessanterweise wurden Vergleiche zu Schlafmangel und Marihuana-Konsum gezogen.

Und obwohl durch Mails und Anrufe keine dauerhafte Verschlechterung des IQs zu erwarten war, dürfte jeder Büroangestellte den beschriebenen Effekt an sich selbst schon einmal beobachtet haben.

Dieses für viele Büros typische Ablenkungsszenario erklärt mitunter, wie es sein kann, dass 84% der Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer anderen Befragung aussagten, dass sie den Eindruck hätten, zu viel zu arbeiten, ohne dass die Arbeit genüge, um den täglichen Anforderungen gerecht zu werden(Markgraf 2018).

Passende Tools, Change-Management, sinnvolles Vorgehen und Unterstützung

Folglich sind längst nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistert, wenn es heißt, dass Digitalisierungsprojekte anstehen. Dabei könnten Vorteile für alle entstehen. Führt man sich vor Augen, dass der Arbeitszeitverlust durch ineffiziente Arbeitsorganisation auf 25% geschätzt wird (Markgraf 2013), sind die Potenziale sogar beträchtlich.

Es gilt „nur“ die Hürde der Umstellung zu überwinden. Die gute Nachricht: Man kann auch klein anfangen. Man muss nicht auf einem Schlag alle gewohnten Abläufe aufgeben. Gerade bezüglich der Reduzierung des Mediums Papier können mit Augenmaß schrittweise geeignete Lösungen eingeführt werden, sodass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurzfristig echte Vorteile der Digitalisierung erleben. Dadurch kann sich eine positive Grundeinstellung zu Gunsten der Digitalisierung in der Belegschaft verbreiten. Ohne eine Change-Kultur und aktives Change-Management funktioniert es aber in den seltensten Fällen. Dazu gehört, sich als Unternehmen bewusst zu werden, welche Ziele mit der Digitalisierung überhaupt verfolgt werden sollen. Sind die Ziele vergegenwärtigt, kann ein sinnvolles Vorgehen geplant werden, mit dem man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abholt. Wird Digitalisierung als Selbstzweck verfolgt, merkt die Belegschaft dies erfahrungsgemäß früher oder später. Die Folge in diesen Fällen ist häufig, dass die Bereitschaft den digitalen Wandel in Gänze voranzutreiben abnimmt.

Verlässliche Partner im digitalen Wandel finden

Eine weitere positive Nachricht: Niemand muss zwingend alleine die digitale Transformation angehen. Als Partner im digitalen Wandel bietet d.velop nicht nur erprobte Software an, sondern auch Beratungsdienstleistungen von Strategieberatung über vorbereitende Maßnahmen und Change-Management bis hin zur Gestaltung und Begleitung der Software-Einführung.

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