Bitte Code eingeben: Wie man einen Hackathon organisiert – ein Erfahrungsbericht

„Martin, lass uns im nächsten Quartal mal einen Hackathon machen.“ Mit diesem Vorschlag kam ein Kollege vor ca. drei Jahren auf mich zu und meine erste Reaktion war „Auf keinen Fall!“ Wie macht man einen Hackathon? Und überhaupt… was dafür noch alles zu tun wäre. Was ist, wenn dabei nicht alles glatt läuft? All diese Fragen beantworte ich im folgenden kurzen Erfahrungsbericht.

Apps von Hacker:innen im d.velop-Ökosystem?!

Um unsere Teams nicht durch unnötige Vorgaben einzuschränken, hatten wir zum damaligen Zeitpunkt bereits eine sehr offene und auf Standards basierende Architektur, die sich durch hohe Freiheitsgrade bei der Wahl der Programmiersprachen, Frameworks und Tools auszeichnet. Dies ist eine gute Ausgangslage, um neben den eigenen Entwicklungsteams auch externe Teams an Bord zu holen, da diese sich nicht großartig umstellen müssen, um Lösungen für die d.velop platform zu entwickeln. Unsere Kunden bekommen auf diese Weise ein breiteres, integriertes Leistungsangebot und die externen Teams haben die Möglichkeit, eigene Apps im d.velop-Ökosystem zu positionieren. Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keine frei zugänglichen Informationen über unsere APIs, die übergeordnete Architektur, Projektvorlagen oder SDKs. Sämtliche Informationen waren zwar vorhanden, aber in unseren internen Systemen vergraben.

Steter Tropfen höhlt den Hackathon-Stein

Was soll ich sagen … der Kollege war entsprechend hartnäckig, was, rückblickend betrachtet, richtig war. Unzählige Menschen haben sich mächtig ins Zeug gelegt und die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Hackathon geschaffen. Ein Developer Portal mit den wichtigsten Informationen und API-Beschreibungen wurde aus dem Boden gestampft, essentielle organisatorische Fragestellungen „Wo bekommen wir einen Kühlschrank für die Getränke her und welche Getränke brauchen wir überhaupt?“ – „Pizza oder Burger?“ wurden gelöst und ein Team aus Coaches und Organisatoren:innen zusammengetrommelt.

Hackathon Development Ticketkauf

Aller Anfang ist schwer (aber nur, wenn man es schwer nimmt)

Natürlich kam es, wie es kommen musste: Beim 1. Hackathon auf dem d.velop campus ist das WLAN zusammengebrochen, da 40 Personen gleichzeitig ein docker pull ausgeführt haben, um die notwendigen Basisimages für das Tutorial herunterzuladen. Der Vortragende, zumindest innerlich leicht aufgewühlt, und die Coaches versuchten, die Probleme zu umgehen, was letztendlich auch zum Erfolg führte, sodass wir mit einiger Verspätung endlich zum eigentlichen Hacken übergehen konnten. Interessanterweise haben uns die Teilnehmer das damals gar nicht übelgenommen, denn am Ende des Tages saßen dort ebenfalls Techniker, denen offensichtlich vollkommen klar war, dass solche Dinge halt passieren, wenn man Live-Demos macht.

Worum es geht? Gemeinsam Neues auszuprobieren

Diese kleine Anekdote beschreibt recht gut die Atmosphäre während eines Hackathons. Es geht nicht darum, eine perfekte Show hinzulegen, sondern gemeinsam neue Dinge auszuprobieren und vor allen Dingen eine gute Zeit unter Gleichgesinnten zu verbringen. Von Teams, die sich erst einmal ihren Teamraum wohnlich machen, indem der Tisch mit Energydrinks und Chips geflutet wird, über leidenschaftliche Diskussionen, welches Framework für das Frontend zu verwenden ist, bis hin zu Teilnehmern, die sich fünf Minuten vor ihrer Livepräsentation noch mal eben im prall gefüllten Vortragsaal mit ihrem Laptop in eine Ecke zurückziehen, um den nötigen Feinschliff zu machen, waren bei den letzten vier d.velop-Hackathons viele unterhaltsame, tolle und unvergessliche Eindrücke dabei. Einige davon wurden auch schon im Erfahrungsbericht von App Builder ecm:one festgehalte.

Vorfreude auf den nächsten Hackathon beim d.velop forum 2021

Den Coaches und mir hat es immer sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auch in diesem Jahr auf viele spannende Erlebnisse, gute Ideen und interessante neue Bekanntschaften beim Hackathon auf dem d.velop forum 2021. Dabei ist die Kombination aus einem Kundenevent und einem Hackathon besonders interessant, da man die Ergebnisse am Ende direkt echten potenziellen Kunden präsentieren kann und das mit der STATION Berlin auch noch an einem großartigen Veranstaltungsort.