Dürfen wir Sie duzen oder sollen wir dich weiter siezen?

Kennen Sie den folgenden alten Otto Waalkes Sketch?

Ein Amerikaner begrüßt auf einem deutschen Bauernhof einen Angestellten und sagt „Hello Mister!“ und erhält zur Antwort „Ich bin nicht der Mister, ich bin der Melker!“

Du merkst sofort: Auf die richtige Ansprache kommt es an und obwohl dieser Amerikaner hier offensichtlich aus Sicht des Melkers die falsche Ansprache wählt, ein Problem hat er grundsätzlich nicht: Und zwar zwischen dem „Sie“ und dem „Du“ unterscheiden zu müssen. Das englische „You“ kennt diese Differenzierung nicht

Als (so wie ich) etwas älterer Leser des d.velop Blogs, werden Sie sich jetzt fragen, worauf ich eigentlich hinaus will die Jüngeren würden mich vielleicht gern fragen: „Alter, wer ist Otto Waalkes?“

Sie verstehen? Nein? Okay, dann komme ich jetzt mal auf den Punkt.

Es tut sich aktuell einiges in der Kommunikation

Die Konventionen der Sie-Ansprache weichen auf, längst sind wir vom „Sehr geehrte Frau…“ oder „Guten Tag Herr…“ zum allgemeinen „Hallo“ übergegangen. Jüngere Menschen oder Junggebliebene wünschen es sich geradezu, mit „Du“ angesprochen zu werden. Konventionen sind verpönt. Soziale Medien oder Chat-Apps haben unsere Ausdrucksweise nachhaltig verändert. Es wächst eine Generation heran, die womöglich keine Notwendigkeit mehr sieht, sich zwischen dem „Du“ und dem „Sie“ entscheiden zu müssen.

Gleichwohl basiert eine geschäftliche Partnerschaft, gerade wenn sie sich noch in der Anbahnungsphase befindet, auch im Jahr 2017 auf den Grundprinzipien eines sich zwar offen zugewandten, aber dennoch zunächst höflich differenzierten Miteinanders. Ein vertrauensvolles „Du“ ergibt sich in der Regel, wenn es persönlich passt von allein – oder manchmal eben aus ebenso guten Gründen vielleicht nicht: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps?

In diesem Spannungsfeld müssen wir uns bei der d.velop AG überlegen, welche Form der Ansprache Ihnen oder dir gegenüber die richtige ist. Als d.velop stehen wir einerseits für geschäftskritische Anwendungen, denen Ihr Geschäft jederzeit vertrauen kann, anderseits für ein tolles Innovationsklima, ein herzliches Miteinander, und eine gelebte Partnerschaft mit unseren Kunden, der ein „Du“ jederzeit gut stehen würde.

Siehst du mein Problem?

„Mit d.velop documents for Salesforce, machst du dein Salesforce schlauer“ klingt für einen modernen, mobilen Vertriebsleiter super und ich wette jeder Salesforce Anwender unter euch wird sagen: Passt für mich!

Anders herum, die Aussage „Wenn du die EU-DSGVO nicht beachtest, drohen deinem Unternehmen Strafen bis zu 25 Millionen Euro oder bis zu 4% deines Jahresumsatzes“ wird Sie vielleicht eher befremden – obwohl es der Sache durchaus gerecht wird.

Wenn du mal auf www.d-velop.de gehst, melden wir uns heute für Sie mit einem Chat: „Hallo mein Name ist Werner, kann ich Ihnen weiterhelfen?“. Lässiger wäre zweifellos „Hallo ich bin Werner, kann ich etwas für dich tun? – nur ist es das, was Sie erwarten? Und wie würdest du dich fühlen, wenn ich Sie dann weiterduze?

Was wäre wenn d.velop Ihnen zuruft: „Hey Digital Native, findest du unser Ge-Sieze eigentlich oldschool?

Spätestens an dieser Stelle fragst du dich bestimmt, ob ich keine anderen Probleme habe. Dennoch müssen und werden wir uns weiter mit der Frage der „richtigen“ Ansprache in der Kundenkommunikation auseinandersetzen.

Und daher lade ich dich heute ein, uns Ihre Meinung zu dem Thema über die Kommentarfunktion des d.velop Blogs mitzuteilen. Vielleicht entsteht ja eine fruchtbare Diskussion. Es gibt hier bestimmt kein richtig oder falsch. Kommunikation ist und bleibt individuell und macht uns individuell.

Für jeden guten Rat wäre ich Ihnen dennoch sehr verbunden.

Ich danke dir.

Duzen oder Siezen