Branchenstudie: Nur jeder dritte Euro der Investitionsbudgets geht in digitale Projekte

  • 15.12.2017

d.velop-Studie ermittelt deutliche Defizite bei den digitalen Kompetenzen. Handel und Lebensmittelindustrie Schlusslichter im Branchenvergleich, Automotive und Elektronik führend.

Die Digitalisierung der Wirtschaft nimmt nur langsam Fahrt auf, weil die Unternehmen sich bei ihren Investitionen noch zögerlich verhalten. Gleichzeitig bleiben auch die Resultate der bisher durchgeführten Projekte unterhalb der Erwartungen. Dies ermittelte eine Untersuchung des ECM-Herstellers d.velop AG zum aktuellen Status der Digitalisierung in den zehn wichtigsten Branchen.

Zu den wesentlichen Ergebnissen der Studie gehört, dass sich die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen offenbar deutlich schwieriger als erwartet gestaltet. Denn den Selbstbewertungen der Business Manager aus über 2.000 befragten Unternehmen zufolge wird auf einer Skala von 1 bis 10 branchenübergreifend lediglich ein Zufriedenheitswert von 5,94 erreicht. „Dies stellt letztlich kein Ruhmesblatt dar, sondern weist vor allem auf erhebliche Defizite gerade in der Projektrealisierung hin“, urteilt d.velop-Vorstand Mario Dönnebrink.

Hintergrund der begrenzten Erfolgsergebnisse dürfte vor allem sein, dass es vielen Unternehmen noch an einem ausreichenden digitalen Know-how fehlt. Dies bestätigen auch 38 Prozent der befragten Firmen. Außerdem haben Probleme bei den Zieldefinitionen und der methodischen Umsetzung vielfach negativen Einfluss auf die Erfolgsquote der Digitalisierungsmaßnahmen. Aber auch bei den Kosten- und Zeitplanungen hapert es häufig, darüber hinaus erweisen sich die übergeordneten Instanzen der Fachbereiche in jedem vierten Fall nicht als Förderer des digitalen Wandels.

„Unternehmen sollten neue Wege zu gehen und Netzwerke für einen werthaltigen Wissenstransfer aufbauen“, empfiehlt Dönnebrink angesichts dieser Ergebnisse. Das notwendige digitale Wissen und Denken sei intern allein nicht schnell genug aufzubauen, weitere Verzögerungen könnten jedoch empfindliche Nachteile für die Wettbewerbsfähigkeit erzeugen. Die offene Kommunikation unter den Unternehmen im amerikanischen Silicon Valley mache es vor: „Ein Öko-System mit digitalen Vordenkern, Geschäftspartnern, Kunden und anderen Kompetenzträgern kann bewirken, dass vielfältige Inspirationen bei allen Beteiligten entstehen, die gegenseitig voneinander profitieren. Der wesentliche Effekt besteht darin, dass die Unternehmen ihren digitalen Lernprozess deutlich verkürzen können.“

Dies gilt besonders für die Betriebe im Food-Sektor. Denn im Vergleich der zehn wichtigsten Wirtschaftsbereiche zeigt die Lebensmittelindustrie die größten Schwierigkeiten bei der digitalen Transformation, im Handel sieht es jedoch nicht viel besser aus. Beide Branchen verfügen über die geringsten digitalen Kompetenzen, fachliche Defizite werden jeweils von mehr als der Hälfte der Unternehmen beklagt. Angesichts dieser Voraussetzungen zeigen sie auch die schlechtesten Erfolgsresultate bei den bislang durchgeführten Digitalisierungsmaßnahmen. Gleichzeitig belegen sie auch bei ihrem Investitionsengagement für digitale Modernisierungen die letzten Plätze.

Deutlich positivere Ergebnisse zum aktuellen Status zur Digitalisierung wurden hingegen für die Bereiche Automotive und Elektronik ermittelt. Beispielsweise liegt die Investitionsquote dieser Unternehmen in den technologischen Wandel um etwa ein Drittel höher als bei den Schlusslichtern im Branchen-Ranking. Allerdings haben auch die Firmen in diesen Sektoren noch Schwierigkeiten, alle ihre Digitalisierungsprojekte auf die Erfolgsspur zu bringen. Hier geben die ITK-Unternehmen sowie Banken und Versicherungen ein deutlich besseres Bild ab.

Die vollständige Studie zum Download

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Stefan Olschewski
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