Cloud ja – aber bitte sicher, souverän und ohne unnötige Komplexität. Genau vor dieser Herausforderung stehen viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen heute. Denn während die Vorteile der Cloud auf der Hand liegen, wachsen gleichzeitig die Anforderungen an Datenschutz, Compliance und Kontrolle über die eigenen Daten.
Wie lässt sich dieser Spagat meistern? Welche Rolle spielen Zertifizierungen wirklich – und wie viel Aufwand bedeutet Cloud im Alltag tatsächlich?
Im Interview spricht Thomas Weber, Vice President der T Cloud Public, über digitale Souveränität, Multi-Cloud-Strategien und die Frage, warum Unternehmen heute mehr denn je darauf achten, wo ihre Daten liegen – und wer die Kontrolle darüber behält.
Digitale Souveränität ist längst kein Buzzword mehr.
Thomas Weber
Vice President
T Cloud Public
d.velop blog: Thomas, die T Cloud Public positioniert sich stark rund um das Thema digitale Souveränität. Wie würdest Du Eure Rolle im heutigen Cloud-Markt beschreiben – gerade im Vergleich zu internationalen Hyperscalern?
Thomas Weber: Wir sehen uns klar als führenden europäischen Anbieter für souveräne Cloud-Lösungen. Gerade in den vergangenen zwölf Monaten haben wir durch zahlreiche Kundenprojekte, Proof of Concepts und Feedbacks aus dem Markt bestätigt bekommen, dass Themen wie Souveränität und Funktionalität heute entscheidende Kriterien sind. Deshalb lautet unser Anspruch auch ganz bewusst: T Cloud Public Europe’s Number One. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen suchen nach Cloud-Plattformen, die leistungsfähig sind und gleichzeitig europäische Werte rund um Datenschutz, Kontrolle und Transparenz erfüllen.
d.velop blog: Vielen ist die Open Telekom Cloud besser bekannt als die T Cloud Public. Warum die Umbenennung?
Thomas Weber: Dahinter steckt vor allem eine strategische Vereinfachung. Wir haben die unterschiedlichen Cloud-Angebote unter der Marke „T Cloud“ zusammengeführt. Neben der T Cloud Public gibt es jetzt beispielsweise auch die T Cloud Private. Für Kunden wird das Portfolio dadurch deutlich übersichtlicher. Inhaltlich bleibt die T Cloud Public aber weiterhin die bekannte Plattform – nur eben eingebettet in eine größere strategische Produktfamilie der Deutschen Telekom.
Welche Cloud passt eigentlich zu welchem Unternehmen?
d.velop blog: Viele Unternehmen stehen aktuell vor der Frage: Public Cloud, Private Cloud oder doch ein eigenes Rechenzentrum? Was ist aus Deiner Sicht die größte Herausforderung bei dieser Entscheidung?
Thomas Weber: Die zentrale Frage lautet heute: Wie wichtig ist digitale Souveränität für das jeweilige Unternehmen?
Dabei sprechen wir über mehrere Ebenen:
- Technische Souveränität
- Datensouveränität
- Operationale Souveränität
- und zunehmend auch juristische Souveränität
Je nach Workload und Anforderungen kann die passende Antwort unterschiedlich aussehen. Deshalb setzen wir bewusst auf einen Multi-Cloud-Ansatz. T Cloud bietet eigene Plattformen wie die T Cloud Public oder T Cloud Private an, begleiten Kunden aber auch beim Einsatz anderer Hyperscaler. Am Ende geht es darum, die Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Funktionalität sinnvoll miteinander zu verbinden.
d.velop blog: Gerade im Umfeld von Compliance und Regulatorik spielen Zertifizierungen eine große Rolle. Wie wichtig sind solche Nachweise aus Deiner Sicht wirklich?
Thomas Weber: Zertifizierungen sind ein enorm wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie geben Kunden Sicherheit und reduzieren gleichzeitig den eigenen Aufwand. Wenn Plattformen beispielsweise nach C5 oder IT-Grundschutz geprüft sind oder regulatorische Anforderungen wie DORA adressieren, müssen Unternehmen diese Nachweise nicht selbst erbringen.
Das ist besonders relevant für Branchen wie:
- den öffentlichen Sektor
- Banken und Finanzdienstleister
- Versicherungen
- Automotive
- oder Organisationen mit besonders sensiblen Daten
Jede Branche hat ihre eigenen regulatorischen Schwerpunkte. Deshalb investieren wir gezielt in branchenspezifische Zertifizierungen und Compliance-Anforderungen.
„Souveränität wird jetzt tatsächlich umgesetzt.“
d.velop blog: Das Thema digitale Souveränität ist aktuell überall präsent. Hat sich die Bedeutung in den vergangenen Monaten noch einmal verändert?
Thomas Weber: Absolut. Noch vor einem Jahr haben viele Unternehmen vor allem darüber nachgedacht. Heute sehen wir, dass die Umsetzung beginnt. Wir erleben aktuell deutlich mehr konkrete Ausschreibungen, größere Projekte und echte Produktiv-Workloads. Unternehmen entscheiden sich inzwischen bewusst für souveräne Cloud-Strategien – nicht mehr nur als theoretisches Zukunftsthema. Die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben diesen Trend zusätzlich beschleunigt.
d.velop blog: Eine der größten Sorgen vieler Unternehmen lautet: Was passiert mit meinen Daten in der Cloud? Wie stellt Ihr sicher, dass Kunden jederzeit die Kontrolle behalten?
Thomas Weber: Ein entscheidender Punkt ist für uns die technische Souveränität. Wir, bei der T Cloud Public, achten sehr bewusst darauf, Kunden nicht in einen klassischen Vendor-Lock-in zu drängen. Deshalb setzen wir an vielen Stellen auf offene Technologien und bieten Alternativen aus dem Open-Source-Umfeld an – beispielsweise bei Datenbanken oder anderen Plattform-Services. Natürlich bedeutet ein Plattformwechsel immer Aufwand. Aber dieser Aufwand darf niemals dadurch entstehen, dass Kunden technologisch abhängig gemacht werden.
d.velop blog: Oft heißt es: „In der Cloud muss ich mich um nichts mehr kümmern.“ Wie realistisch ist das tatsächlich?
Thomas Weber: Genau darin liegt einer der großen Vorteile moderner Cloud-Plattformen. Unternehmen müssen sich nicht permanent um Sicherheitsupdates, neue Features oder den laufenden Betrieb kümmern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Security und Compliance kontinuierlich – nicht zuletzt durch KI und die zunehmende Bedrohungslage. Hinzu kommt der anhaltende Fachkräftemangel in der IT. Genau deshalb bleibt Cloud für viele Unternehmen ein wichtiger Hebel, um innovativ und gleichzeitig effizient zu bleiben. Mit unseren Cloud Professional Services begleiten wir Kunden dabei nicht nur technisch, sondern auch strategisch auf ihrer gesamten Cloud-Reise.
T Cloud Public im Public Sector – ein Praxisbeispiel
d.velop blog: Kannst Du ein konkretes Beispiel nennen, bei dem Unternehmen oder Organisationen besonders von souveränen Cloud-Lösungen profitieren?
Thomas Weber: Besonders spannend ist aktuell ein Projekt aus dem öffentlichen Umfeld. Dort geht es darum, Bundesanwendungen sicher und hochverfügbar bereitzustellen – inklusive aller notwendigen regulatorischen Anforderungen und Zertifizierungen. Der große Vorteil für die Behörden: Sie müssen sich nicht selbst um Themen wie Middleware-Updates, Betriebssysteme oder Sicherheitsanforderungen kümmern. Genau diese Entlastung wird zunehmend wichtiger.
d.velop blog: Sind souveräne Cloud-Lösungen vor allem für regulierte Branchen wie eben die Öffentlichen Verwaltungen interessant – oder inzwischen auch für den klassischen Mittelstand?
Thomas Weber: Regulierte Branchen waren sicherlich die Vorreiter. Aber wir sehen inzwischen sehr deutlich, dass auch der Mittelstand das Thema für sich entdeckt. Die geopolitischen Entwicklungen, wirtschaftlichen Unsicherheiten und steigenden Sicherheitsanforderungen sorgen dafür, dass viele Unternehmen sich intensiver mit ihrer digitalen Abhängigkeit beschäftigen. Und genau deshalb gewinnt das Thema Souveränität aktuell massiv an Bedeutung – auch außerhalb klassischer Enterprise- oder Behördenstrukturen.
Warum Partnerschaften entscheidend sind
d.velop blog: Die T Cloud Public und d.velop verbinden inzwischen eine langjährige Partnerschaft. Welche Rolle spielen solche Kooperationen?
Thomas Weber: Partnerschaften wie mit d.velop sind für uns ein absoluter Schlüssel. Am Ende ist die Cloud die technologische Basis – den eigentlichen Mehrwert schaffen die Anwendungen und Lösungen darauf. Gemeinsam können wir Unternehmen dabei unterstützen, Digitalisierung sicher, skalierbar und souverän umzusetzen. Besonders spannend finde ich dabei die Kombination aus den d.velop-Lösungen, den vorhandenen Datenschätzen bei den Kunden und den neuen Möglichkeiten rund um KI und die Industrail AI Cloud. Gerade daraus entstehen enorme Innovationspotenziale.
d.velop blog: Wird digitale Souveränität langfristig das dominierende Thema im Cloud-Markt bleiben?
Thomas Weber: Ich glaube, das Thema wird uns noch lange begleiten. Souveränität bleibt ein zentrales Entscheidungskriterium. Gleichzeitig werden sich Cloud-Anbieter künftig aber wieder stärker über Innovationen, Features und konkrete Mehrwerte differenzieren müssen. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Industrail AI Cloud mit großen GPU-Kapazitäten und KI-Services. Denn am Ende geht es nicht nur um Sicherheit – sondern auch darum, Innovation schneller und wirtschaftlicher nutzbar zu machen.
d.velop blog: Gibt es zum Abschluss noch etwas, das Dir besonders wichtig ist?
Thomas Weber: Für mich ist die Partnerschaft zwischen d.velop, T-Systems und der Deutschen Telekom ein echtes Beispiel dafür, wie europäische Unternehmen gemeinsam erfolgreiche digitale Lösungen schaffen können. Gerade im öffentlichen Umfeld sehen wir enormes Potenzial, die Digitalisierung mit souveränen Plattformen und modernen Anwendungen nachhaltig voranzubringen. Und genau dafür braucht es starke Partnerschaften.
d.velop SUMMIT 2026: Sneak Preview auf Cloud- und KI-Innovationen
Wer Thomas Weber live erleben möchte, bekommt auf dem d.velop SUMMIT 2026 die Gelegenheit dazu. Dort geben T Cloud und T-Systems Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um:
- souveräne Cloud-Plattformen
- neue Zertifizierungen und Compliance-Anforderungen
- KI-Workloads und die Industrial AI Cloud
- sowie die technologische Roadmap der kommenden Monate
Besucher:innen dürfen sich auf konkrete Praxisbeispiele, Innovationen und spannende Einblicke in die Zukunft souveräner Cloud-Lösungen freuen.
Die Kunden dürfen gespannt sein – we’re locked and loaded.
Thomas Weber
Vice President
T Cloud Public