25 Jahre d.velop – Christoph Pliete im Interview

1992 haben sich d.velop CEO Christoph Pliete und sein damaliger Geschäftspartner dazu entschieden, ihre akademische Laufbahn aufzugeben und den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Heutzutage würde man das vermutlich Startup nennen. Beide haben bewiesen, dass es nicht der Garage im Silicon Valley bedarf, um ein erfolgreiches IT-Unternehmen zu gründen. Büroräume in Gescher scheinen sich dafür auch ganz hervorragend zu eignen.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von d.velop haben wir einige Zeit mit Christoph Pliete verbracht, die letzten Jahre reflektiert und einen Blick in die Zukunft geworfen.

Christoph, erzählen Sie uns doch kurz wie im Jahr 1992 alles begann…

Entstanden ist d.velop, wie wir es heute kennen, aus einer Anfrage der Firma hülsta an die Technische Akademie in Ahaus. hülsta hatte die Anforderung technische und kaufmännische Dokumente in einer zentralen digitalen Akte zusammenzufassen. Ziel war es, dass sowohl der Kaufmann als auch der Techniker die vom anderen erzeugten Dokumente einsehen kann. Nach der erfolgreichen Konzeptionsphase blieb die Suche nach einem Software-System, mit dem das Konzept umgesetzt werden konnte, erfolglos. Ich muss rückblickend sagen, glücklicherweise erfolglos. Denn nur deshalb haben wir eine eigene Software für genau diese Anforderungen entwickelt und auch erfolgreich bei hülsta eingeführt. Die Software kennen viele unserer Kunden und Partner heute als d.3 ecm.

Wie ging es anschließend weiter?

Nun ja, Dokumente zu digitalisieren, um Übersicht und Transparenz zu schaffen, kann ja nicht nur für hülsta sinnvoll sein – so zumindest die Annahme. Und mit genau dieser Annahme vor Augen fiel die Entscheidung nicht mehr schwer, aus einer Projekt-Software eine Standard-Software zu entwickeln und weiteren Unternehmen anzubieten. So begann mit der I.P.G Ingenieursgesellschaft Pliete und Gukelberger GbR, die Geschichte des Unternehmens, das Sie heute als d.velop kennen.

Wie haben Sie es geschafft, weitere Unternehmen von Ihrer Software zu begeistern?

Regionale Kontakte, Unternehmer-Treffen vor Ort und Mund-zu-Mund-Propaganda, also persönliche Empfehlungen, sind immer noch die besten Methoden, um eine neue Idee unter die Leute zu bringen. Auf diese Art und Weise kam auch der Kontakt zu Siemens AG Bocholt zu Stande. Und auf einen Schlag übersprang d.velop mit seiner Software nicht nur die Grenzen des Westmünsterlandes. Mit der Einführung des Systems war d.velop ad hoc sowohl auf dem Nord- und Südamerikanischen Kontinent, als auch in Asien vertreten. Die Baupläne der Siemens Mobiltelefone wurden damals weltweit digital per d.3 ecm-System an die Nachbaupartner verteilt. Damit nahm alles seinen Lauf…

Trotz vieler internationaler Kunden sind Sie Gescher im ländlichen Münsterland stets treu geblieben. Wie bewerten Sie Gescher als Wirtschaftsstandort?

Die digitale Infrastruktur ist für uns entscheidend, weniger der geografische Standort. Und die Netzanbindung in Gescher ist gut. So können wir für unsere Kunden zum Beispiel den kompletten Systembetrieb vom d.velop campus aus übernehmen. Fachkräfte zu gewinnen ist überall schwierig. Der d.velop campus ist eine unserer Aktivitäten, um Gescher als Arbeitsplatz attraktiv zu machen. Denn die Ansiedlung verschiedenster IT-Unternehmen an einem Standort schafft die große Möglichkeit Synergien zu nutzen.

Gescher und das Westmünsterland bieten außerdem viel Lebensqualität. Besonders wenn die Mitarbeiter in die Familienphase eintreten, schätzen Sie einen zukunftsorientierten Arbeitsplatz in einer attraktiven Umgebung. Und sich aus der „Provinz“ zu einem international erfolgreichen Unternehmen zu entwickeln haben schon andere geschafft. Walldorf ist da sicher ein gutes Beispiel.

Sie sprachen Eingangs von der I.P.G. Wie entstand letztendlich die d.velop AG und wie kam es zu dem Namen „d.velop“?

Der Name d.velop wurde am 23. Oktober 1996 erstmals offiziell verwendet. An diesem Tag gründeten wir die d.velop EDV-Systemlösungen-Verwaltungs-GmbH und die d.velop EDV-Systemlösungen GmbH & Co. KG, die die Vermarktung des d.3ecm-Systems übernahm. Die Idee zur neuen Namensgebung findet sich im langjährigen Unternehmensclaim: „we d.velop your digital business“.

Zur Aktiengesellschaft wurde d.velop dann am 01. Januar 2000. Die nicht börsennotierte d.velop AG entstand durch eine Verschmelzung der verschiedenen GmbHs. Mit der Umwandlung ergab sich die wunderbare Möglichkeit auch die d.velop-Mitarbeiter an „ihrem“ Unternehmen zu beteiligen.

25 Jahre sind insbesondere in der IT-Branche eine lange Zeit. Worin liegt das Erfolgsrezept von d.velop?

Von Tag eins an haben wir die Anforderungen unserer Kunden in den Mittelpunkt gestellt. 1992 waren es die Anforderungen von hülsta, heute sind es die Anforderungen von mehr als 7.000 internationalen Kunden unterschiedlichster Branchen. Dies hat in den letzten 25 Jahren und aktuell mehr denn je gefordert auch unkonventionelle Wege zu gehen. Der Wille zum eigenen Wandel gepaart mit einem professionellen Innovationsmanagement hat uns immer wieder dazu geführt neue Lösungen, Produkte und Anwendungen für unsere Kunden zu entwickeln.

Diese Erfolgsgeschichte haben wir gemeinsam, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der d.velop Gruppe geschrieben. Unser gemeinsames Netzwerk aus Kompetenz, Kreativität, Begeisterung und auch Verbundenheit ist maßgebliche Basis dieses Erfolgs. Mein Vertrauen in unsere Mitarbeiter ist riesig – unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital.

Erzählen Sie abschließend noch wie die nächsten 25 Jahre d.velop aussehen.

Niemand weiß, wie genau sich die Zukunft entwickeln wird. Wir werden aber alles daran setzen, gut auf sie vorbereitet zu sein, Trends und Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und weiterhin unseren Kunden mit innovativen, anwenderfreundlichen Produkten und Lösungen als Partner im digitalen Wandel zur Seite zu stehen. Und das bei aller Digitalisierung und bei allem Wachstum, das die d.velop in den letzten 25 Jahren hingelegt hat, mit dem Anspruch, weiterhin ganz persönlich miteinander zu sprechen und auch mal die Ärmel aufzukrempeln und anzupacken, wenn es einmal brennt. Diese Bodenständigkeit wollen wir uns im Interesse unserer Kunden – und natürlich auch unserer eigenen Mitarbeiter erhalten.

So werden wir mit dem gesamten d.velop Team, unseren Partnern und Kunden auch in den nächsten 25 Jahren gemeinsam erfolgreich sein.

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Christoph Pliete

Vorstandsvorsitzender (CEO), d.velop AG