Die neue Gewerbeabfallverordnung – auf die richtige Dokumentation kommt es an!

Am 1.8.2017 ist die novellierte Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) in Kraft getreten und ist seitdem bundesweit rechtskräftig. Über 3,6 Millionen Betriebe sind von der neuen Verordnung betroffen – darunter allein 580.000 Handwerksbetriebe. Im Grunde ist die GewAbfV für jeden gewerblichen Abfallerzeuger relevant.

Ziel der Verordnung ist es durch eine frühzeitige Abfalltrennung sortenreine und wertstoffhaltige Stoffe zu erhalten und dadurch bestehende Verwertungspotenziale weiter auszunutzen. Aber was bedeutet das für betroffene Unternehmen? Und viel wichtiger: was haben wir von d.velop damit zu tun? Nun, die Abfalltrennung muss nicht nur sauber durchgeführt, sondern auch dokumentiert werden. Diese wichtige Änderung führt zu einem bürokratischen Mehraufwand, der von betroffenen Unternehmen nicht unbedingt mit spontanem Beifall begrüßt wird.

Was Sie bei der Gewerbeabfallverordnung beachten müssen, wie Sie richtig dokumentieren und wie wir Sie bei der Dokumentation unterstützen können, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

Diese Abfälle müssen Sie laut der Gewerbeabfallverordnung trennen

Im Bereich der gewerblichen Siedlungsabfälle müssen neben PPK (Papier Pappen Kartonagen), Kunststoff, Glas und Metallen nun auch Holz, Textilien, Bioabfälle und weitere Abfälle, die durch Art, Zusammensetzung und Reaktionsvermögen mit denen privater Haushalte vergleichbar sind, getrennt werden (§3 Abs. 1 GewAbfV).

Außerdem müssen auch Bau- und Abbruchabfälle nach §8 Abs. 1 GewAbfV getrennt werden. Zu diesen zählen Glas, Kunststoff, Metalle, Holz, Dämmmaterial, Bitumengemische, Baustoffe auf Gipsbasis, Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik.

Gibt es Ausnahmen bei der Abfalltrennung?

Ja, die gibt es. Die novellierte GewAbfV besagt, dass Betriebe Abfälle nicht trennen müssen, wenn eine getrennte Sammlung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar (§3 Abs. 2 GewAbfV) ist. Beispielhafte Situationen dafür könnten zu niedrige Abfallmengen, verschmutzter Abfall oder auch untrennbar miteinander verbundener Abfall sein.

In diesen, und auch in anderen Fällen, müssen Betriebe jedoch dokumentieren, warum eine getrennte Sammlung technisch nicht möglich oder warum es wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Wie genau man dies dokumentieren soll, ist in der Gewerbeabfallverordnung nicht genauer definiert. Hier heißt es nur, dass eine „Darlegung der technischen Unmöglichkeit oder wirtschaftlichen Unzumutbarkeit“ (§ 3 Abs. 3 Nr. 3 GewAbfV) stattfinden muss.

Eine ausführliche Erklärung aller Pflichten, Verfahren, sowie weitere Hinweise zu Ausnahme- und Sonderregelungen etc. liefern die Leitfäden der BDE – Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. und des BVSE – Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Die IHK Karlsruhe gibt auf ihrer Webseite ebenfalls eine umfassende Erläuterung zum Thema.

Das A und O der Gewerbeabfallverordnung ist die richtige Dokumentation

Generell sind Betriebe dazu verpflichtet, eine vollständige Dokumentation über ihre Abfallentsorgung zu pflegen. Wie bereits angedeutet, muss dabei eine Dokumentation von getrennten und nicht getrennten Abfällen vorgenommen werden. Diese beinhaltet eine Dokumentation von Mengen und Entsorgungswegen. Die GewAbfV gibt an, dass bei:

  • einer getrennten Sammlung diese durch Lagepläne, Lichtbilder, Praxisbelege, wie Liefer- oder Wiegescheine oder ähnliche Dokumente belegt werden müssen (§3 Abs. 3 Nr. 1 GewAbfV)
  • einer Übergabe von gesammelten Abfällen zur Wiederverwendung oder zum Recycling, der Betrieb eine schriftliche Bestätigung desjenigen benötigt, der die Abfälle entgegennimmt. In dieser Bestätigung müssen allgemeine Kontaktdaten verfügbar sein, sowie Angaben über die Masse des Abfalles und den beabsichtigten Verbleib des Abfalles enthalten (§3 Abs. 3 Nr. 2 GewAbfV)

Die Dokumentation muss nur auf Verlangen der zuständigen Abfallbehörde vorgelegt werden. Trotzdem haben Unternehmen die Pflicht eine umfangreiche Dokumentation zu erstellen. Bei Nichterfüllung der Gewerbeabfallverordnung Dokumentationspflicht oder bei einer nicht vollständigen Dokumentation (U. a. §13 Abs. 2 Nr. 1 GewAbfV) können Strafen von bis zu 10.000€ verhängt werden.

Auch bei der Dokumentationspflicht gibt es wieder Ausnahmen, deren Auflistung allerdings den Rahmen dieses Blogartikels sprengen würden. Bei Interesse können diese in den empfohlenen Leitfäden nachgelesen werden. Dokumentationsformulare für Bauabfälle und gewerbliche Siedlungsabfälle wurden von der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen entwickelt (Link zur Website).
Zusammenfassend gibt es ein paar einfache Tipps und Tricks, die Ihnen helfen können der Dokumentationspflicht nachzukommen.

Gewerbeabfallverordnung: Tipps für die richtige Dokumentation

  • Finden Sie heraus, welche Abfälle in Ihrem Betrieb erzeugt werden und welche davon getrennt werden müssen
  • Kennzeichnen Sie auf einer Karte Ihres Betriebsgeländes wo Sie benötigte Container aufstellen
  • Kommunizieren Sie mit Ihrem Entsorger und halten Sie den Umgang mit Ihren Abfällen schriftlich fest
  • Erstellen Sie eine Abfallakte. In dieser sammeln Sie Rechnungen, Absprachen mit dem Entsorger, wichtige Kontaktdaten und Übernahmescheine

Der Trick mit der digitalen Abfallakte

Unser Blogartikel hat Ihnen einen Überblick darüber gegeben, welche Abfälle laut der Gewerbeabfallverordnung getrennt werden müssen und wie Unternehmen ihrer Dokumentationspflicht nachkommen können. Bei der konkreten Umsetzung stellen digitale Akten eine ideale Grundlage für eine vollständige Dokumentation dar.
Dokumente und Dateien, wie Lagepläne,  Fotodokumentation oder Lieferscheine lassen sich gebündelt sammeln und archivieren und können bei Bedarf oder Verlangen problemlos den Behörden vorgelegt werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass einzelne Dokumentationsschritte einfacher und schneller gelingen können. So schaffen es betroffene Unternehmen das Bürokratiemonster „klein“ zu halten.

Die Beidatsch IT, Partner der d.velop AG, hat sich auf Abfallakten spezialisiert und ermöglicht beispielsweise eine automatisierte Dokumentation der Entsorgung von Gewerbeabfällen basierend auf dem ECM-System d.3ecm. Wiegescheine, Rechnungen, Register und weitere Dokumente können anhand von OCR-Erkennung einfach und schnell in digitale Akten abgelegt werden. Fotos von den getrennten Abfällen lassen sich direkt von der Baustelle ohne zusätzlichen Aufwand direkt per E-Mail in die digitale Akte versenden. Dafür bedarf es lediglich eines einfachen Kürzels, welches im E-Mailbetreff angegeben ist. Zudem existiert die Möglichkeit, sowohl Kunden als auch den kontrollierenden Abfallbehörden der Städte und Kreise die Dokumentation in der Cloud digital zur Verfügung zu stellen. Die Bereitstellung erfolgt nach entsprechender Konfiguration vollkommen eigenständig aus dem Archiv. Auf Anfrage kann dann die gesamte Dokumentation eines Projektes oder Teile davon per Mausklick für bestimmte Personen zur Ansicht freigegeben werden.

Wie Sie sehen, kann die Abfalltrennung mithilfe einer digitalen Abfallakte ganz einfach sein.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann schauen Sie direkt bei unserem Partner Beidatsch IT vorbei oder informieren Sie sich bei uns über die Einführung digitaler Akten:

zu den digitalen Akten der d.velop

 

Daisy Cheong

Project Assistant Marketing, d.velop AG