Versicherungstrends 2026: Warum Digitalisierung jetzt über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet

Veröffentlicht 26.01.2026

Hendrik Fundermann COO Financial & Professional Services d.velop

Beitragsbild Blogartikel Versicherungswesen

Die Digitalisierung der Versicherungsbranche tritt 2026 in eine neue Phase ein. Während in den vergangenen Jahren vor allem der Aufbau digitaler Lösungen im Vordergrund stand, liegt der Fokus nun auf stabilen, skalierbaren und integrierten digitalen Strukturen.

Versicherungsunternehmen sehen sich mit steigenden regulatorischen Anforderungen, zunehmendem Kostendruck und einem anhaltenden Fachkräftemangel konfrontiert, gleichzeitig erwarten Kundinnen und Kunden reibungslose digitale Prozesse über alle Kontaktpunkte hinweg. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Die Digitalisierung der Versicherungsbranche ist keine optionale Zukunftsaufgabe mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für effiziente Abläufe und nachhaltige Geschäftsmodelle.

Trend 1: Plattformbasierte Service- und Prozesslandschaften

Für Versicherer gewinnt die Bündelung von Prozessen und Services auf zentralen digitalen Plattformen zunehmend an Bedeutung. Statt einzelner Systeme und isolierter Anwendungen geht es darum, bestehende Prozesse zu vereinheitlichen und Medienbrüche zu reduzieren.

Die Integration externer Partner, wie Schaden- oder Serviceanbieter, sollte dabei systemseitig erfolgen und nahtlos in bestehende Abläufe eingebettet sein. So lassen sich Kunden- und Mitarbeiterprozesse klar strukturieren und digital unterstützen.

Eine durchdachte Plattformarchitektur bildet damit eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Versicherungsbranche.

Trend 2: Künstliche Intelligenz gezielt einsetzen

Künstliche Intelligenz entwickelt sich 2026 zunehmend vom Innovationsthema zum praktischen Werkzeug. Für Versicherer liegt der Mehrwert vor allem in der gezielten Unterstützung bestehender Prozesse.

Typische Anwendungsfelder sind:

  • Automatisierte Dokumenten- und Eingangspostverarbeitung
  • Unterstützung in der Schadenbearbeitung
  • Betrugserkennung
  • Digitale Assistenz im Kundenservice

KI entfaltet ihren Nutzen insbesondere dort, wo Informationen bereits strukturiert vorliegen und Prozesse klar definiert sind. In diesem Zusammenspiel kann sie einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung innerhalb der Digitalisierung der Versicherungsbranche leisten.

Versicherungen im digitalen Wandel: Treiber, Hemmnisse, Lösungsansätze & der Nutzen von KI

Trend 3: End-to-End-Digitalisierung als strategisches Ziel

Statt einzelner Digitalisierungsmaßnahmen rückt für Versicherer 2026 zunehmend die End-to-End-Digitalisierung in den Fokus. Ziel ist es, Kernprozesse ganzheitlich zu betrachten und durchgängig digital abzubilden.

Papierbasierte Abläufe, manuelle Übergaben und Medienbrüche lassen sich schrittweise durch:

  • Digitale Akten
  • Automatisierte Workflows
  • Self-Service-Angebote
  • Integrierte Systemlandschaften

ersetzen. Dieser Ansatz verbessert Transparenz, reduziert Durchlaufzeiten und schafft die Grundlage für skalierbare Prozesse in der gesamten Organisation.

Trend 4: Sicherheit und digitale Resilienz mitdenken

Ein zentrales Handlungsfeld der Digitalisierung in Versicherungen ist der Umgang mit Informationen. Für Versicherer wird es 2026 entscheidend sein, relevante Inhalte nicht zu speichern, sondern strukturiert, kontextbezogen und berechtigungsgesteuert verfügbar zu machen.

Moderne Dokumentenmanagement-Systeme unterstützen dabei,

  • Informationen zentral und revisionssicher zu verwalten
  • Dokumente eindeutig Vorgängen, Verträgen und Kunden zuzuordnen
  • Mitarbeitenden schnellen Zugriff auf benötigte Inhalte zu ermöglichen

In Kombination mit KI-gestützten Funktionen lassen sich Informationsprozesse effizient gestalten und Datensilos abbauen. Damit wird Informationsmanagement zu einem zentralen Baustein der Digitalisierung der Versicherungsbranche.

Referenzstory DMB Rechtsschutz

DMB Rechtsschutz optimiert mit Buildsimple und d.velop die intelligente Dokumentenverarbeitung im Posteingang.

  • Umsetzung des Projekts in nur 8 Monaten – von der Integration bis zur produktiven Nutzung
  • Klassifikation von über 70 Dokumentenklassen und Extraktion relevanter Fachdaten wie Vertrags- und Schadennummer
  • Über 90% Trefferquote bei Dokumentenerkennung und Fachdaten-Extraktion

Fazit: Digitalisierung der Versicherungsbranche aktiv gestalten

Die Digitalisierung der Versicherungsbranche erfordert 2026 vor allem eines: klare Prioritäten, integrierte Strukturen und einen realistischen Blick auf bestehende Prozesse. Einzelne Technologien allein reichen nicht aus, entscheidend ist ihr Zusammenspiel im operativen Alltag.

Versicherer, die Informationsmanagement, Prozessdigitalisierung und Sicherheit konsequent zusammendenken, schaffen die Grundlage für effiziente Abläufe, regulatorische Sicherheit und eine zukunftsfähige Organisation.