Rechnungen per E-Mail: Auf diese 5 Punkte müssen Sie achten!

Bereits in den letzten Jahren haben viele Unternehmen Rechnungen per E-Mail erhalten und versandt. Laut der Studie Elektronische Rechnungsabwicklung und Archivierung: Fakten aus der deutschen Unternehmenspraxis 2017 von ibi research setzten 2017 46 Prozent der Unternehmen beim Rechnungsversand auf elektronische Formate, beim Rechnungsausgang waren es durchschnittlich 53 Prozent. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber 2015 dar: Damals waren es 35 Prozent bzw. 40 Prozent.

Definition: elektronische Rechnung per E-Mail

Eine Rechnung per E-Mail stellt eine Art der elektronischen Rechnung dar. Die Rechnung wird in diesem Fall per E-Mail an den Rechnungsempfänger übermittelt. Sie wird meist in einer PDF- oder Bild-Datei angehangen oder als Downloadlink in der E-Mail eingebettet. Die Rechnung per E-Mail muss dieselben Pflichtangaben enthalten, wie eine klassische Papierrechnung. Zudem gilt es als Unternehmen weitere Punkte wie beispielsweise die Aufbewahrungsfrist zu beachten, die in § 14 UStG festgehalten sind.

Der Trend zur Rechnung per E-Mail wird 2018 weiter zunehmen. Wieso? Die Vorteile des elektronischen Rechnungsversands sind eindeutig und das wissen Unternehmen.

Unternehmen haben die Vorteile der Rechnung per E-Mail erkannt

Unternehmerische Faktoren treiben die Verbreitung der Rechnung per E-Mail an. Denn die Umstellung auf den elektronischen Versand und die digitale Verarbeitung von Rechnungen bringen viele Vorteile mit sich. Diese haben Unternehmen bereits 2017 erkannt:

Quelle: Elektronische Rechnungsabwicklung und Archivierung: Fakten aus der deutschen Unternehmenspraxis 2017“ von ibi research

 

Die Vorteile lassen sich allerdings nur nutzen, wenn der Rechnungsversand und -eingang auch korrekt ausgeführt werden. Wir haben die fünf wichtigsten Punkte für Sie festgehalten.

Diese 5 Punkte müssen Sie im Umgang mit Rechnungen per E-Mail beachten

Um beim elektronischen Rechnungsversand und -empfang auf der sicheren Seite zu sein, sollte man Paragraph 14 des UStG kennen. Denn in diesem wird definiert, welche Bedingungen an eine elektronisch übermittelte Rechnung gestellt werden, damit die Voraussetzungen zum Vorsteuerabzug erfüllt sind. Wir haben diesen Paragraph für Sie studiert und alle relevanten Punkte festgehalten.

 

1) Rechnungen per E-Mail müssen dieselben Pflichtangaben enthalten wie Papierrechnungen

Seit dem Steuervereinfachungsgesetz von 2011 dürfen Rechnungen per E-Mail auch ohne digitale Signatur und ohne das sogenannte EDI-Verfahren versandt werden. Sie sind damit der Papierrechnung ebenbürtig und müssen dementsprechend auch dieselben Pflichtangaben wie eine Papierrechnung enthalten. Die Angaben finden sich im § 14 UStG unter Absatz 4 und sind nachstehend für Sie zusammengefasst:

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und Art der Lieferung / Umfang und Art der Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung sowie Zahlungszeitpunkt
  • Entgelt und Steuerbetrag sowie Steuersatz
  • im Voraus vereinbarte Entgeltsminderungen

 

2) Die Zustimmung des Rechnungsempfängers muss gegeben sein

Was zunächst nach einer großen Hürde klingt, ist halb so schlimm. Denn der Rechnungsempfänger muss zwar der elektronischen Übermittlung der Rechnung zustimmen (§14 Abs. 1 UStG), die Zustimmung ist allerdings an keine besondere Form gebunden. Sie kann durch eine Vereinbarung festgehalten werden (z.B. in den AGBs). Noch spannender: Die Zustimmung kann auch stillschweigend erfolgen oder noch nachträglich erklärt werden.

 

3) Echtheit, Unversehrtheit und Lesbarkeit der elektronischen Rechnung müssen gewährleistet sein

„Die Echtheit der Herkunft der Rechnung, die Unversehrtheit ihres Inhalts und ihre Lesbarkeit müssen gewährleistet werden.“ lautet es im (§14 Abs. 3 UStG). Dies kann durch jegliche innerbetriebliche Kontrollverfahren erreicht werden, die einen verlässlichen Prüfpfad zwischen Rechnung und Leistung schaffen können.

 

4) Elektronische Rechnungen müssen revisionssicher und elektronisch archiviert werden

Elektronische Rechnungen müssen immer elektronisch verarbeitet werden. Ausdrucken und in Papierform archivieren ist ein absolutes Tabu. Rechnungen müssen hingegen so aufbewahrt werden, wie sie im Unternehmen eingetroffen sind (Original). Medienbrüche durch den Ausdruck der Rechnung sind daher zwingend zu vermeiden. Gleichzeitig ist es jedoch erlaubt, analoge Rechnungen zu digitalisieren und mit Hilfe einer elektronischen Eingangsrechnungsverarbeitung zu verarbeiten und digital, revisionssicher zu archivieren. Weitere nützliche Informationen rund um die Archivierung von Rechnungen finden Sie in unserem Blogartikel Auf diese Dinge sollten Sie bei der GoBD-konformen Aufbewahrung von Rechnungen achten.

 

5) Die Aufbewahrungsfrist von Rechnungen per E-Mail beträgt zehn Jahre (§14b UStG).

Die Aufbewahrungspflicht von ausgestellten und empfangenen Rechnungen liegt bei zehn Jahren. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt worden ist. Wenn eine Rechnung beispielsweise am 27.09.2018 ausgestellt wird, beginnt die Aufbewahrungsfrist am 31.12.2018 und endet schließlich am 31.12.2028. Wichtig: Sollte das Geschäftsjahr eines Unternehmens nicht am 31.12. des jeweiligen Jahres enden, so muss die Rechnung bis zum Ende des Geschäftsjahres aufbewahrt werden. Um auf der absolut sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich daher ein Aufbewahrungszeitraum von 144 Monaten zu wählen.

Wie sieht das Format einer Rechnung per E-Mail aus?

Mit diesen fünf Punkten sind hoffentlich viele Ihrer offenen Fragen abgehandelt. Eine Frage, die sich Ihnen aber vermutlich noch stellt: „Wie sieht das Format einer Rechnung per E-Mail aus?“

Es gibt aktuell keine eindeutigen Vorgaben für das Dateiformat einer elektronischen Rechnung. Um die Unversehrtheit der Rechnung zu garantieren, sind jedoch unveränderbare Formate notwendig. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich beispielsweise um ein PDF handelt oder die E-Rechnung als Bild (.jpg, .gif, .bmp, …) vorliegt.

Zukünftig werden jedoch hybride Formate (eine Mischung aus Bilddatei oder PDF und strukturierten Daten) die Rechnung per E-Mail dominieren. Das e-Rechnungsgesetz sorgt dafür. Über das e-Rechungsgesetz und dessen Auswirkungen für die öffentliche Verwaltung, aber auch die Privatwirtschaft werden wir in den nächsten Wochen berichten.

 

Übliche Rechnungsformate

  1. Strukturierte Daten: EDI (Electronic data interchange), XML (Extensible Markup Language)
  2. Unstrukturierte Daten: tif-, .jpg- oder .pdf-Format (rein bildhaft)
  3. Hybrides Datenformat: ZUGFeRD
  4. Lieferungs- und Empfangswege: E-Mail, E-Mail-Anhang, DE-Mail, E-Post, Computer-Fax, Fax-Server, SMS mit Web-Download, oder Web-Download

 

Um Ihre elektronischen Rechnungen einfach und schnell zu verarbeiten und zusätzlich GoBD-konform zu archivieren, hilft Ihnen eine digitale Rechnungsverarbeitung. Welche Vorteile diese hat, wie sie funktioniert und wie genau eine Lösung im Unternehmen aussieht, erfahren Sie im Webinar “In 30 Minuten zur digitalen Rechnungsverarbeitung.”

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