Probleme bei der Digitalisierung: Die 5 häufigsten Gründe, warum Digitalisierungsprojekte scheitern

Digitalisierung ist seit mehreren Jahren allgegenwärtig, durch die schnelle technologische Entwicklung werden Wirtschaftsprozesse einfacher, schneller und infolgedessen auch billiger. Daher müssen bisherige Wertschöpfungsketten, Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle hinterfragt werden.

82% aller CIOs sind sich dieses Wandels bewusst und realisieren, dass die Digitalisierung großen Einfluss auf die eigenen Geschäftsmodelle hat und einschneidende Veränderungen mit sich bringt. Zukünftig werden diese Veränderungsprozesse noch rasanter und Unternehmen müssen sich früher oder später den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Dennoch sind heute noch viele Projekte nicht von Erfolg gekrönt. d.velop hat die häufigsten Gründe für das Scheitern in einer Studie untersucht.

In den Köpfen ist die Digitalisierung angekommen – aber bei der Umsetzung tut man sich schwer.


Der Wandel in deutschen Unternehmen schreitet dennoch nur langsam voran. Vor allem in Sektoren, die allgemein als relativ konservativ gelten, wie z.B. dem Chemiesektor, brauchen Veränderungen ihre Zeit. Gleichzeitig geben Unternehmen durchschnittlich nur etwas mehr als ein Drittel ihrer Investitionsbudgets für Digitalisierungsprojekte aus. Eine weitere Hürde mit denen Unternehmen zu kämpfen haben, ist das schwere Defizit beim digitalen Knowhow. Die Ergebnisse der durchgeführten Digitalisierungsstudie bestätigen, dass Unternehmen hinsichtlich der Umsetzung bisheriger Digitalisierungsprojekte nur einen Zufriedenheitsgrad von 5,94 aus 10 angeben.

Das Fazit: Unternehmen haben zwar den Veränderungsbedarf erkannt, doch wissen noch nicht, wie sie Prozesse ändern müssen, um im schnellen digitalen Wandel bestehen zu können. Eine Notwendigkeit allerdings, um auf globaler Ebene wettbewerbsfähig zu bleiben.
Man merkt, dass die deutsche Wirtschaft mitten im Lernprozess steckt und noch einige Hürden überwunden werden müssen. Doch wie genau sehen diese Hürden aus?

Mit welchen Problemen sehen sich deutsche Unternehmen in Sachen Digitalisierung derzeit konfrontiert?

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Unternehmen auf diese fünf Schwierigkeiten bei bisherigen Digitalisierungsprojekte stießen:

In unserer Digitalisierungsstudie wurden insgesamt 2.010 Business-Verantwortliche unterschiedlicher Fachbereiche aus deutschen Unternehmen mit einem Umsatz von jeweils über 10 Mio. Euro befragt. Die Erhebung wurde im Sommer 2017 online durchgeführt und konzentrierte sich auf die zehn wichtigsten Fokus-Branchen.

1) Zu wenig digitale Kompetenzen

Das größte Probleme bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten ist der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Auch in den Bereichen Internet-of-Things-Technologien und Big Data fehlt es an geeignetem Personal. Fast 39% der Befragten der Digitalisierungsstudie sehen sich mit diesem Problem konfrontiert. Dementsprechend müssen Unternehmen in die Weiterbildung von Mitarbeitern investieren. Fachkräfte sind rar gesät, also müssen Unternehmen zwangsläufig das Potenzial ihrer Mitarbeiter ausschöpfen. Bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter sollte man von Anfang an mit einer entsprechenden Strategie vorgehen. Ebenfalls sollte das Know-how von externen Beratern in Betracht gezogen werden.

2) Schwächen in der Kosten-/Zeitplanung

Durch die Digitalisierung gibt es Bewegung innerhalb der Branchen und digitale Geschäftsmodelle drohen ihre analogen Vorgänger vom Markt zu drängen. Nach den Untersuchungen des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) verschwinden seit dem Jahr 2000 die Hälfte der Fortune-500-Firmen, vornehmlich durch die Auswirkungen der Digitalisierung. Mario Dönnebrink, Vorstand & COO bei der d.velop AG, weiß, dass gerade in guten Zeiten viele Unternehmen das Thema aufschieben. Man arbeitet hart an Produkten, Services oder Projekten, um liefern zu können. Es stellen sich gute Umsätze und Betriebsergebnisse ein. Da ist es schnell passiert, dass das Thema Digitalisierung in den Hintergrund rückt. Dabei ist es viel sinnvoller, aus einer wirtschaftlich stabilen Position heraus, wenn auch ein Budget für Veränderung verfügbar ist, zu handeln, statt später nur noch panisch zu (re)agieren, eine schwierige und schlechte Umsetzung unter Druck durchzuführen und möglicherweise zu spät zu sein.

3) Unklare Anforderungsdefinition/Zielkonflikte

Wie bereits zuvor erwähnt, verändern sich die Ansprüche der Kunden und Märkte in kürzester Zeit und die dahinterliegende technologische Veränderung wirkt sich dabei in jeder Branche und jedem Unternehmen anders aus. Dadurch ist auch der Begriff „Digitalisierung“ für viele ein unscharfer Begriff. Es ist notwendig, dass jedes Unternehmen für sich definiert, welche Auswirkungen Digitalisierung auf die ganz eigenen Prozesse und Arbeitsweisen hat. Um diese komplexe Aufgabe zu bewältigen, müssen Teams erfolgreich abteilungsübergreifend zusammenarbeiten. Das Gelingen scheitert aber oft an mangelnder Kommunikation mit- und untereinander. Weitere Ursachen wie z.B. unklare Anforderungen und unklare Verantwortlichkeiten spielen auch eine nicht unerhebliche Rolle. Insofern müssen klare Ziele und Visionen sowie eine übergreifende Planung  für die Transformationsprozesse durch die Führungsspitze gesetzt werden, die zudem mit messbaren Kriterien hinterlegt werden. Dadurch kann eine spätere Erfolgsmessung erfolgen. Der Umsetzungsfahrplan sollte in seiner Ganzheitlichkeit immer Platz für kleinere Meilensteine lassen. Denn kurzfristige und sichtbare Erfolge steigern die Motivation des Teams für den Veränderungsprozess.

4) Methodische Umsetzungsprobleme

Wird das vorherige Problem der unklaren Anforderungen und Zielkonflikte gelöst, so folgt schnell das nächste Hindernis – methodische Umsetzungsprobleme. 32% der Befragten gaben an, dass sie Probleme haben, Digitalisierungsprojekte methodisch richtig umzusetzen. Dies liegt daran, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten mit der dafür notwendigen agilen Arbeitsweise haben und schnell wieder in traditionelle Organisationsmodelle und -muster verfallen. Starre Hierarchiestrukturen wirken hier aber häufig kontraproduktiv. Unternehmen dürfen nicht davor zurückschrecken, Hierarchieebenen abzubauen, Mitarbeitern mehr Entscheidungsfreiheit zu übertragen, Führungsrollen neu zu definieren oder einen konkreten Digitalisierungsbeauftragten zu benennen, um eine reibungslose und schnelle Umsetzung zu ermöglichen.

5) Keine Unterstützung durch übergeordnete Instanz

Im Vergleich zu den zuvor genannten Problemen ist die fehlende Unterstützung durch das Top-Management das vermeintlich geringste Problem (ca. 27%). Trotzdem sollte dieses durchaus ernst genommen werden. In vielen Unternehmen wird das Thema Digitalisierung oft an die IT-Abteilung delegiert und das Management zieht sich aus der Verantwortung zurück. Digitalisierung heißt Veränderung und dies erfordert Fingerspitzengefühl hinsichtlich Flexibilität und Führungsstil. Führungskräfte sollten nach Agile Leadership oder neuesten Managementmethoden handeln und eine agile Unternehmenskultur schaffen. Hier ist das Management gefordert, die Richtung klar vorzugeben und die Mitarbeiter auf dem Weg in die Digitalisierung mitzunehmen und diese dafür zu begeistern.

Wie Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer von etventure, in einem Artikel der Wirtschaftswoche auf den Punkt bringt: „Digitalisierung heißt auch Angriff auf das Kerngeschäft. Damit das funktioniert, braucht es Mut, Innovationskraft, den Willen, sich von bestehenden Strukturen zu lösen – und die volle Rückendeckung der Chefetage.“

Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen!

Nun wissen Sie, an welchen fünf großen Problemen Digitalisierungsprojekte scheitern und wo Unternehmen ansetzen können, um diese Hindernisse zu überwinden. Erfahren Sie mehr zum Thema in der aktuellen Digitalisierungsstudie der d.velop AG. Hier beleuchten wir die zehn wichtigsten Fokus-Branchen ganz individuell. Laden Sie sich unsere Studie einfach kostenlos herunter.

 

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