Cloud Computing nutzen: 5 Wettbewerbsvorteile durch eine Migration in die Cloud

Veröffentlicht 06.04.2022
Geschätzte Lesezeit 6 Min.
Tim Wohlert

Tim Wohlert Customer Relations Manufacturing d.velop

Beitragsbild Cloud Computing

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ – das hat bereits der griechische Philosoph Heraklit von Ephesos vor etwa 2.500 Jahren erkannt. Somit wundert es nicht, dass sich auch die Marktsituation in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert hat. Die stark zunehmende Internationalisierung, eine steigende Transparenz der Angebote durch das Internet und der rasante technologische Fortschritt sind nur einige der vielen Herausforderungen, welche Anbieter in der heutigen Zeit bewältigen müssen. Um hier wettbewerbsfähig zu bleiben, ist eine datengetriebene Unternehmenssteuerung unerlässlich.

Die Speicherung, Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen erfordert jedoch enorme Speicherkapazitäten und Rechenleistungen. Lokal betriebene IT-Systeme werden diesen Anforderungen nicht mehr oder nur mit erheblichem Kostenaufwand gerecht. Cloud Computing hingegen ist für den Umgang mit Big Data ausgelegt und bietet viele weitere Vorteile, wie eine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit sowie eine gesteigerte Produktivität und verbesserte Sicherheit. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache ist die Technologie heute kaum noch wegzudenken. Laut einer Bitkom-Studie im Auftrag der KPMG nutzten im Jahr 2021 bereits über 80 % der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing. [1]

Doch was genau ist Cloud Computing eigentlich?

Eine allgemeingültige Erklärung für diesen Begriff konnte sich bislang leider nicht durchsetzen. Gleichwohl wird in der Literatur immer häufiger die nachstehende Definition des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) herangezogen:

Definition Cloud Computing

Cloud Computing ist ein Modell, welches zu jeder Zeit und von jedem Ort einen komfortablen und bedarfsgerechten Netzwerkzugriff auf einen geteilten Pool von konfigurierbaren Rechnerressourcen (z.B. Netze, Speicher, Server, Anwendungen und Dienste) erlaubt, die mit geringem Verwaltungsaufwand und ohne Interaktion mit dem Service-Provider schnell bereitgestellt werden können.

Das Cloud Computing Modell im Überblick

Dabei besteht das Cloud Computing Modell aus fünf wesentlichen Eigenschaften:

  1. On Demand Self Service: Die Bereitstellung der Ressourcen erfolgt automatisch und ohne Interaktion mit dem Service-Provider.
  2. Broad Network Access: Die Ressourcen sind mit Standard-Mechanismen über das Internet verfügbar und können mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Computer genutzt werden.
  3. Resource Pooling: Die Ressourcen liegen in einem zentralen Pool vor, aus dem sich viele Anwender bedienen können (Multi-Tenancy-Architektur). Dabei besteht die Möglichkeit, den Speicherort (z.B. Region, Land oder Rechenzentrum) vertraglich festzulegen.
  4. Rapid Elasticity: Die Kapazität der Ressourcen wird schnell und elastisch der aktuellen Nachfrage angepasst. Für den Verbraucher scheint die Leistung daher unendlich zu sein.
  5. Measured Service: Die Nutzung der Ressourcen kann automatisch gemessen, überwacht und optimiert werden, wodurch sowohl für den Anbieter als auch für den Kunden Transparenz entsteht.

Bereitstellungsformen Cloud Computing

Ergänzend dazu unterscheidet man im Rahmen des Cloud Computings insbesondere zwischen den folgenden Bereitstellungsformen:

Bei der sogenannten Private Cloud wird die Infrastruktur zur ausschließlichen Nutzung durch eine einzelne Organisation bereitgestellt. Der Betrieb kann dabei von der Organisation selbst oder einem Dritten übernommen werden. Ebenso ist es möglich, die Private Cloud auf der Hardware im eigenen Haus aufzubauen oder ein externes Rechenzentrum dafür einzusetzen.

Im Gegensatz dazu wird die Public Cloud von einem bestimmten Anbieter zur offenen Nutzung durch die Allgemeinheit bereitgestellt, d.h. mehrere Anwender teilen sich dieselbe Infrastruktur. Der Service-Provider übernimmt dabei den Betrieb und stellt die Hardware in seinen eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Servicemodelle Cloud Computing

Für die beiden genannten Bereitstellungsformen stehen darüber hinaus jeweils verschiedene Servicemodelle zur Auswahl:

Infrastructure as a Service (IaaS)

Bei Infrastructure as a Service wird lediglich die physikalische IT-Basisinfrastruktur (Netzwerk, Datenspeicher und Rechenleistung) als Dienst angeboten. Der Kunde hat somit die Möglichkeit, eigene Services (bspw. ein Betriebssystem mit Anwendungen seiner Wahl) zum internen oder externen Gebrauch darauf aufzusetzen.

Platform as a Service (PaaS)

Dieses Modell richtet sich in erster Linie an Anwendungsentwickler und System-Architekten. Es wird vom Service-Provider eine Plattform bereitgestellt, auf der sich mit bereits vorhandenen Werkzeugen eigene Software entwickeln, testen und ausführen lässt. Der Kunde hat dabei keinen Zugriff auf die darunterliegenden Schichten, wie Hardware und Betriebssystem.

Software as a Service (SaaS)

Im Rahmen von Software as a Service erfolgt die Bereitstellung von standardisierten Anwendungen, welche sich direkt an den Endbenutzer richten. Die Applikationen werden dabei zentral auf einem Server des Providers ausgeführt und über das Internet bereitgestellt. Eine lokale Installation entfällt somit. Ebenso wird keine dedizierte Hardware benötigt. Der SaaS-Anbieter ist für den Betrieb und die Wartung der Software verantwortlich. Abgerechnet werden SaaS-Leistungen in der Regel nach dem „Pay per use“-Prinzip, bei dem der Anwender nur für tatsächlich genutzte Leistungen bezahlt.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Servicemodellen auf einen Blick:

In Bezug auf die obenstehende Abbildung ist eine Cloud-Migration (lateinisch migratio „Übersiedlung“) nun also die Verlagerung der Daten und Anwendungen von der hausinternen IT-Infrastruktur (On-Site) in die Cloud. Die Lösungen der d.velop AG werden dabei als „Software as a Service“ angeboten, sodass der Kunde weder eigene Hardware benötigt, noch sich um den Betrieb und die Wartung der Services kümmern muss. Neben der hieraus resultierenden Entlastung der IT-Kollegen:innen bringt eine Cloud-Migration weitere positive Auswirkungen mit sich, welche im Folgenden näher erläutert werden.

Fünf Wettbewerbsvorteile durch eine Cloud-Migration:

  1. Kosteneinsparungen: Der oben bereits erwähnte Wegfall bestehender Hardware und Wartungsaufwände schafft nicht nur freie Kapazitäten in der IT-Abteilung, sondern führt ebenso zu einer erheblich geringeren finanziellen Belastung. Unterstützt wird dieser Effekt durch ein bedarfsgerechtes Abrechnungsmodell, welches sich an dem tatsächlichen Verbrauch orientiert. Auch zeitintensive Updateprojekte gehören in der Cloud der Vergangenheit an und es steht dennoch immer die aktuelle Software zur Verfügung.
  2. Produktivitätsgewinn: Die Produktivität nach einer Cloud-Migration steigt, da neue Anwendungen spürbar einfacher und schneller einsatzbereit sind. Dies wird insbesondere am Beispiel der d.velop platform deutlich. Es handelt sich dabei um eine Art Online-Marktplatz, über welchen eine Vielzahl an Lösungen (bspw. digitale Signatur, Vertragsmanagement oder Urlaubsantrag) von d.velop und externen Partnern unmittelbar zum bestehenden System hinzugebucht werden können. Einen Überblick der verfügbaren Apps gibt es im d.velop store.
  3. Sicherheit: Safety first! Das Thema „Datensicherheit“ spielt vor allem bei Cloud-Migrationen eine große Rolle und bereitet häufig Sorgen. Im Vergleich zu vielen Unternehmen haben Cloud-Anbieter jedoch in der Regel eigene Teams, welche sich ausschließlich mit der sicheren Verwaltung von Daten befassen, sodass sie diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bedeutend effektiver schützen können. Dies zeigt sich auch anhand der zahlreichen Zertifizierungen (bspw. ISO 27017, ISO 27018, C5-Standard), welche die meisten Service-Provider mit sich bringen.
  4. Verfügbarkeit: Im Kontext der Sicherheit spielt nicht nur der Datenschutz, sondern auch die Stabilität und Erreichbarkeit des Systems eine wichtige Rolle. Auch hier punktet eine cloudbasierte Lösung, da die Rechenzentren redundant ausgelegt sind, d.h. die Datensätze werden mehrfach an verschiedenen Orten vorgehalten. Ergänzend dazu gewährleisten physische Schutzeinrichtungen (Notstromversorgung, CO₂-Löschanlagen, etc.), Überwachungssysteme und Verfahren wie „Load Balancing“ eine nahezu kontinuierliche Verfügbarkeit der Systeme.
  5. Skalierbarkeit: Jedes Unternehmen ist bestrebt, stetig zu wachsen und damit die eigene Marktposition zu verbessern. Auf dieses Wachstum müssen auch die internen IT-Systeme ausgelegt sein. Bei lokalen Infrastrukturen ist das oft nicht der Fall. So dauert es mehrere Tage, teils sogar Wochen, einen neuen Server hochzufahren. Im Gegensatz dazu kann eine cloudbasierte Lösung auf Knopfdruck innerhalb weniger Minuten flexibel an den gegenwärtigen Bedarf angepasst werden.

Nicht zuletzt aufgrund der genannten Faktoren gilt Cloud Computing als einer der Top-Trends, welcher die digitale Transformation im Jahr 2022 maßgeblich prägen wird. [4]

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass eine Migration in die Cloud die Voraussetzungen dafür schafft, um die zukünftigen Anforderungen adäquat zu bewältigen und die eigene Wettbewerbsposition auszubauen. Wie eine Cloud-Migration erfolgreich gelingt, verrät Christina Elbert in dem Artikel: Journey Cloud Migration: In vier Schritten zum Weg in die Wolke!

Aus alt mach neu – So bringst Du Dein digitales Archiv auf ein neues Level!

Jetzt anmelden