Journey Cloud Migration: In vier Schritten zum Weg in die Wolke!

Mit der Umstellung in die Cloud müssen Unternehmen einen Paradigmenwechsel schaffen und grundsätzlich bedenken, wie sie IT-Ressourcen künftig konsumieren und nutzen wollen. Jedes dritte Unternehmen verfügt bereits über Erfahrungen in Cloud Migration Projekten. Längst geht es nicht mehr um die Frage, ob der Einsatz einer Cloud-Plattform sinnvoll ist, sondern darum, wie man konkret den Weg in die Cloud realisiert.

Jedes dritte Unternehmen verfügt über Erfahrungen in Cloud Migrationsprojekten

Laut einer Studie der IDG Communications Media AG zum Thema „Cloud Migration“, verfügt bereits jedes dritte Unternehmen über Erfahrungen in Cloud Migrationsprojekten.

Während der Wechsel von bestehenden Anwendungen zu Cloud nativen Angeboten einfach zu realisieren ist, ist die Migration von geschäftskritischen, auf die Organisation zugeschnittenen und integrierten Anwendungen herausfordernder und bedarf deshalb einer gründlichen Planung. Unternehmen sollten daher die Migration in die Cloud gut vorbereiten und umfassend planen. Insbesondere der zu erwartende Nutzen von Cloud-Diensten sollte vorab evaluiert werden.

Was ist eine Cloud Migration?

Eine Migration (aus lateinisch migratio ‚Übersiedlung‘) ist in der Informationstechnik ein Umstellungsprozess in Datenverarbeitungssystemen. Abgeleitet davon versteht man unter einer Cloud-Migration die Auslagerung von Daten und Anwendungen von lokalen Systemen in die Cloud.

Eine Migration (aus lateinisch migratio ‚Übersiedlung‘) ist in der Informationstechnik ein Umstellungsprozess in Datenverarbeitungssystemen. Abgeleitet davon versteht man unter einer Cloud-Migration die Auslagerung von Daten und Anwendungen von lokalen Systemen in die Cloud.

Erfahre in diesem Artikel, worauf Du bei der Migration in die Cloud achten müssen. Erhalte in einer Schritt für Schritt-Anleitung wertvolle Hinweise und praktische Tipps für die Umsetzung.

Die Schritt für Schritt-Anleitung für die erfolgreiche Cloud Migration

  • Schritt 1: Bewerte Deinen derzeitigen Technologiestand sowie die Potenziale der Cloud
  • Schritt 2: Entwickle Deine Cloud Strategie und wähle einen Cloud-Provider
  • Schritt 3: Definiere Deine Migrationsstrategie und meistern die Cloud Migration
  • Schritt 4: Etabliere Dein Cloud-Providermanagement und überprüfe iterativ Deinen Erfolg

Schritt 1: Bewerte Deinen derzeitigen Technologiestand sowie die Potenziale der Cloud

Um die Migration in die Cloud zu einem Erfolg zu machen, sollten Unternehmen ihre bestehende IT-Landschaft gründlich analysieren. Dabei sollte das erklärte Ziel sein, Themen zu priorisieren sowie die Wirtschaftlichkeit pro Anwendung zu evaluieren. Diese Phase ist von ungemeiner Bedeutung und bietet die Basis für alle weiteren Schritte, die Du gehen wirst.

Current State Observation: Umfassende „as-is“ Analyse

Ein erfolgreicher Start in die Cloud beginnt mit einer soliden Bewertung der derzeitigen IT Organisation. Unternehmen bekommen es in der Cloud mit einem neuen Ökosystem an Providern und Services zu tun. Die Analyse umfasst dabei die Bewertung der Cloud-Fähigkeit hinsichtlich bestehender Anwendungen und die Gruppierung von Leistungsanforderungen, Komplexität, Sicherheitseinschränkungen sowie die Interaktion mit anderen Systemen.

Die Analyse ist umfassend zu gestalten und sollte neben den technologischen Themen, wie Infrastruktur und Architektur, Applikationen und Subsysteme, auch organisatorische und kaufmännische Themen berücksichtigen.

Des Weiteren stellen aus betrieblicher Sicht auch die Compliance-, Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien eine Herausforderung dar. Bei den Datenbanken, die das Rückgrat vieler Anwendungen bilden, muss überlegt werden, ob und wie Verfügbarkeit, Performance und Lizenzierung in der Cloud sichergestellt werden können. Für Vertragsspezialisten liegt die Schwierigkeit häufig darin, zu prüfen, wann und ob neue Lizenzen erworben werden müssen.

Bei der „as-is“-Analyse sollten folgende Themenbereiche hinterfragt werden:

  • Status Quo
  • IT Organisation
  • IT Strategie
  • IT Budget
  • IT Service Strategie, Service Design und Service Operations
  • IT Operations
  • IT Verträge und Lizenzen
  • IT Infrastruktur und Applikationen

Mit welchen konkreten Fragestellungen Du die Ist-Situation dieser Bereich erfassen, haben wir für Dich in einem umfangreichen Fragenkatalog zusammengefasst.

📝 Fragenkatalog downloaden

Priorisiere Deine Anwendungen

Basierend auf der „as-is“ Analyse gilt es im Detail zu identifizieren, für welche Anwendungen, Daten und Prozesse Du heute schon Cloud-Lösungen einsetzen kannst. Weiterhin ist zu evaluieren, wie deren Kritikalität, der Standardisierungsgrad und die Integrationsfähigkeit bewertet wird. Liegen diese Informationen vor, lässt sich daraus eine Priorisierung ableiten. Für einen optimalen Cloud-Einsatz ist daher eine vorherige Standortbestimmung unverzichtbar.

Das Ergebnis der Analyse bildet damit die Basis für eine umfassende Cloud Strategie. Erstelle im nächsten Schritt einen konkreten Projektplan unter Einbezug von Arbeitsabläufen, Meilensteinen, KPI‘s und Risiken.

Schritt 2: Eine Cloud Strategie entwickeln und den passenden Cloud Provider wählen

Flexibilität, kurze Bereitstellungszeiten und komfortable Nutzung zu geringeren Investitions- und Betriebskosten: Die Cloud verspricht vieles. Doch welche wirtschaftlichen und technologischen Vorteile sich realisieren lassen, sind maßgeblich von Deiner Strategie abhängig. Die Migration in die Cloud ist damit im Wesentlichen eine strategische Unternehmensentscheidung. Mit der Inanspruchnahme von Cloud-Diensten ändert sich Deine IT-Landschaft von einer exklusiven „On-Premise-Umgebung“ zu einer neuen (hybriden) Ausrichtung.

Für die Entwicklung Deines Cloud-Zielbildes ist zu klären, welche Cloud-Anwendungen unter der Berücksichtigung von Aufwand, Nutzen und Risiko die größten Mehrwerte bringen. Dabei ist es wichtig, die verschiedenen Aspekte der aktuellen IT-Strategie kritisch zu prüfen und die nötigen Anpassungen vorzunehmen.

Ein Zielbild entwickeln mit Hilfe des Cloud Deployment and Delivery Models

Sofern Du mit Deinen Überlegungen zur Cloud Strategie begonnen hast, stellt sich schnell die Frage nach dem passenden Deployment-Modell. Sollen Deine Anwendungen zukünftig in der Public Cloud, Private Cloud oder hybrid betrieben werden? ▶ Vor-und Nachteile der Bereitstellungsformen

Während in der Private Cloud der Kunde Möglichkeiten zur Mitbestimmung hat, gelten in der Public Cloud die Marktstandards der Anbieter. Auch hier gibt es keine „one-size-fits all“-Lösung. Aus diesem Grund sollte das Deployment Model anwendungsspezifisch betrachtet werden.

Einhergehend gilt gleiches unter Berücksichtigung Deiner Organisationsstruktur und Deinem Geschäftszweck für die Bestimmung der Fertigungstiefe (Delivery Model) in der Cloud. Du wählst zwischen IaaS, PaaS oder SaaS Lösungen:

Public Cloud Services im Überblick

  • Infrastructure as a Service (IaaS) stellt grundlegende IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Storage oder Netzwerkkapazitäten zur Verfügung.
  • Bei Platform as a Service (PaaS) handelt es sich um einen Service, der ein Programmiermodell und Entwicklerwerkzeuge bereitstellt, um selbst Anwendungen zu erstellen.
  • Software as a Service (SaaS) dagegen repräsentiert die oberste Schicht im Cloud-Modell. Hier wird beim Provider eine eigene Anwendungen für die Benutzer bereitgestellt. Der Kunde eines SaaS-Anbieters muss sich weder um die technische Infrastruktur noch um die Installation und die Updates der Anwendung kümmern. Die Einführung einer SaaS-Lösung ist oft eine smarte Wahl im Vergleich zu einer eher aufwendigeren Migration einer bestehenden Legacy-Anwendung.

An dieser Stelle der Cloud Migration Journey triffst Du wesentliche Parameter für die zukünftige Ausgestaltung Deiner IT: Bei welchen Anwendungen bist Du bereit Cloud native Standardlösungen (SaaS) zu verwenden die ggf. zu gewissen Leistungseinbußen führen und an welchen Stellen ist es notwendig die geschäftskritischen Anwendungen vollumfänglich zu migrieren?

Gleichzeitig ist die Cloud Lösung in die bestehenden IT zu integrieren und orchestrieren. Mache klare Vorgaben, welche rechtlichen und regulatorischen Anforderungen im Sinne der Cloud-Compliance sichergestellt sein müssen (Datenschutz und Sicherheit). Last, but not least, sind Exit-Szenarios zu definieren, um die in die Cloud verlagerten Anwendungen, Daten und die Business Continuity zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen.

Total Cost of Ownership: Führe eine ganzheitliche Kosten-/Nutzen-Analyse durch

Für die Definition einer Cloud Strategie ist eine Kosten-Nutzen-Betrachtung unerlässlich. Unternehmen können hier unterschiedliche Wege gehen, um die Rentabilität ihrer Cloud-Initiativen zu ermitteln. Für die Ermittlung sind Auswirkungen auf die Betriebskosten, als auch Einsparungen bei Investitionsausgaben, sowie die Kosten für Fachpersonal zu berücksichtigen. Neben den klassischen Cloud Vorteilen sollte zudem die Kostenverschiebung als Argument dienen: Fixe Investitionsausgaben (CAPEX, Capital Expenditures) werden durch variable, laufende Kosten (OPEX, Operational Expenditures) abgelöst. Die Cloud Lösungen kann somit einen strategischen Faktor bei der Finanz- und Investitionsplanung darstellen und Ihnen Shifts in der Bilanz ermöglichen.

Verschaffe Dir Transparenz über die Preismodelle der Anbieter für Public Cloud Services (IaaS, PaaS, SaaS) und stelle diese den klassischen Outsourcing Optionen gegenüber. Lege dabei auch ein Augenmerk auf das Thema Storage. Storage-Kosten können linear oder exponentiell ansteigen – unabhängig vom gewählten Modell. Für die bessere Wirtschaftlichkeit ist die Auswahl des richtigen Storage Kontos, basierend auf den Performance- und Replizierungsoptionen, entscheidend. Um den Erfolg zu maximieren und Rückschläge zu vermeiden, ist es wichtig, die Vollkosten der Cloud Initiativen (einschließlich Redesign, Neuentwicklung, Migrationsaufwendungen usw.) zu evaluieren, bevor man die Reise in die Cloud antritt.

Cloud Provider Selektion: Die Suche nach dem richtigen Cloud Anbieter

Ist die Strategie definiert, geht es an die Suche der richtigen Cloud Service Provider. Auch hier kann die Wahl des Anbieters für die betrachteten Anwendungen unterschiedlich ausfallen (Single vs. Multi Cloud).

Eine Multi Cloud Lösung umfasst die Verbindung mehrerer Cloud-Dienste und damit die parallele Nutzung verschiedener Cloud-Anbieter. Übersichten und Bewertungen von Cloud Service Providern sind bei Bedarf in Studien z.B. von Crisp Research (2018) „Cloud-Computing Anbieter & Dienstleister im Vergleich“ einzusehen. Bei der Auswahl des Cloud Provider ist zu prüfen, ob die Funktionalitäten des Cloud-Dienstes den zuvor festgelegten Anforderungen entsprechen. Schließlich solltest Du die in Frage kommenden Provider und deren Angebote gründlich hinsichtlich Funktionen und Verfügbarkeit, Preise, SLAs (Service Level Agreements), sowie Datenschutz und Sicherheit unter die Lupe nehmen, bevor Du eine Entscheidung triffst.
Jede Zielplattform weißt dabei unterschiedliche Stärken und Schwächen auf. Um den Überblick zu behalten, sollten Unternehmen bestimmte Anforderungen definieren, die Sie bei der Auswahl des Anbieters unterstützen. Die Compliance-Anforderungen im Cloud-Sourcing sind nicht neu, sondern in weiten Teilen identisch mit denen aus dem klassischen IT-Outsourcing. Längst hat der Cloud-Markt auf die verschiedenen Risikoszenarien reagiert und wirbt mit Gütesiegeln, Standards und Zertifikaten um das Vertrauen der Kunden. Das Thema Sicherheit der Cloud steht dabei an erster Stelle.

Vor Dir liegt also ein ganzes Stück Arbeit! Aber es lohnt sich, alle Schritte sorgfältig durchzugehen. Als Ergebnis dieser Phase “Zwei” der Cloud Migration Journey bist Du nun mit einer umfassenden Cloud Strategie (inklusive der Kosten- /Nutzen-Szenarien) ausgestattet und für die Wahl des geeigneten Service Providers bestens vorbereitet.

Im nächsten Schritt der Journey wird verraten, wie Du Deine Cloudmigrationsstrategie umsetzt.

Schritt 3: Von Lift-and-Shift bis Full Rebuild – die strategisch richtige Methode finden

Es gibt nicht die Cloud. Ist Deine Cloud Strategie definiert und der Provider ausgewählt, beginnt jetzt die wirkliche Arbeit: Die Migration pro Anwendung ist zu planen. Je nach Betriebsmodell und gewünschter Cloud-Lösung wird im Rahmen eines Migrationskonzepts ausgearbeitet, wie die Zielarchitektur Ihrer Cloud-Lösung im Detail aussehen kann und was Du tun musst, um Deine Daten und Prozesse in einen Cloud-Service zu transferieren.

Finden Deine Cloud-Migrationsstrategie

Ziel dieser dritten Phase der Cloud Migration Journey ist es, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Methoden, Handlungsempfehlungen für einen detaillierten Migrationsplan für die betrachteten Anwendungen auszuarbeiten. Dieser Plan sollte dabei unbedingt abhängige Aktivitäten und Meilensteine berücksichtigen.

Die Wahl der richtigen Methode hängt dabei immer von Deinem Geschäftsfeld, Deiner Cloud-Strategie und der im Detail betrachteten Applikation(en) ab.

Folgende Fragen solltest Du bei der Auswahl im Hinterkopf behalten:

  • Wie viel Wissen und Erfahrungen hast Du bereits mit Cloud-Migrationen?
  • Wie viele Ressourcen stehen Dir für die Migration der Anwendung(en) zur Verfügung?
  • Wie schnell wollen / musst Du in die Cloud migrieren?
  • Welches Risiko bist Du bereit in Kauf zu nehmen?

Die SaaS-Lösung als präferierter Weg

Bevor Du jedoch eine aufwendige Migration Deiner Anwendung planst, solltest Du vorab den Markt nach einer alternativen Software as a Service-Lösung absuchen und prüfen, ob der Funktionsumfang im Vergleich zur bestehenden Legacy Anwendung für Dein Unternehmen akzeptabel ist. Findet sich keine gangbare SaaS-Lösung, ist die Migration der Anwendung vorzubereiten.

Die vier Vorgehensmodelle der Cloud-Migration im Überblick

Forrester unterscheidet grundsätzlich zwischen vier Vorgehensmodelle, die in der Praxis häufig kombiniert und in diesem Blogartikel vorgestellt werden sollen:

1. “Lift-and-Shift”

Wenn Unternehmen möglichst schnell in die Cloud migrieren möchten, wird häufig die „Lift-and-Shift“-Methode gewählt. Lift-and-Shift ist im Wesentlichen ein Gabelstapler-Ansatz, um Anwendungen in die Cloud zu migrieren und sie ohne Code-Modifikation zu verschieben. Hierbei wird auf Infrastrukturkomponenten der Cloud Provider zurückgegriffen. Migrations-Tools führen kleinere automatisierte Infrastruktur-Konversionen aus, an der Anwendung selbst gibt es höchstens marginale Änderungen. Das bedeutet, dass Du bei dem „Lift-and-Shift“ Ansatz Deine bestehende Anwendung in die Cloud (IaaS) migrieren ohne dabei beispielsweise eine Optimierung an der Applikation selbst vorzunehmen.

In diesem Fall wird eine VM (Virtual Machine) wie eine Blackbox behandelt und Stück für Stück kopiert. Dieser Ansatz bietet einen schnellen und weniger ressourcenintensiven Migrationsprozess und bietet damit einen effektiven Weg kurzfristig hohe on-premise Infrastrukturkosten zu reduzieren. Allerdings wird mit diesem Ansatz die Anwendung nicht im Hinblick auf die Cloud optimiert und die klassischen Cloud Vorteile wie Geschwindigkeit, Agilität und Skalierbarkeit lassen sich nicht vollumfänglich ausschöpfen. Die Option der „Lift-and-Shift“ Methode wird daher häufig bei nicht modifizierter Stangenware angewendet.

2. „Lift-and-Extend“

Laut Forrester Research die meist verbreitete Methode. Beim „Lift-and-Extend“ Ansatz werden Anwendungen auf die Plattform (PaaS) des Cloud-Anbieters angepasst. Es folgt also ein Rehosting der App in einer Public Cloud. Auf dieser Plattform haben Unternehmen die Möglichkeit ihre Anwendungen kontinuierlich zu erweitern und bei Bedarf grundlegend abzuändern. Dieses Vorgehen eignet sich sowohl für eigenentwickelte, als auch für Standardsoftware. So können Unternehmen unkompliziert Schritte zur Modernisierung ihrer Anwendungen vornehmen. So werden im Unterschied zur „Lift-and Shift“ Methode Neucodierungen in Kauf genommen, um von den Vorteilen der Cloud-Infrastruktur zu profitieren. Dieser Ansatz bietet einen soliden Mittelweg, sodass Unternehmen die Vorteile der Basis-Cloud-Funktionalität und Kostenoptimierung zumindest teilweise nutzen können.

3. „Hybrid Extension“

Statt Anwendungen physisch in die Cloud zu transferieren, bietet sich hier die Möglichkeit diese Anwendungen mit Cloud-Ressourcen zu erweitern. Dabei erweiterst Du die Applikation um neue Funktionen in der Cloud, während der Großteil der bestehenden Funktionen on-premise oder in einer Hosted Private Cloud verbleiben. Bei diesem Vorgehen ist auf die Latenzzeiten, die von der Entfernung zwischen den Standorten abhängen, zu achten. Die Hybrid Cloud Extension bietet damit eine sichere Hybridverbindung, über die Du interne Anwendungen ausweiten kannst. So kannst Du zusätzliche Computing- und Storage-Kapazität nutzen, ohne Dein Netzwerk- oder Sicherheitskonfiguration zu ändern. Hybrid Cloud Extension ist damit ein schneller, risikominimierter Ansatz zur Verlagerung von Kapazitäten in die Cloud und bietet die Möglichkeit ohne Änderungen am Betriebssystem oder den Anwendungen selbst zu migrieren.

4. „Full Rebuild“

Die letzte Option, wie Du Anwendung(en) in die Cloud verlagern kannst, besteht darin, diese von Grund auf in der Cloud neu zu entwickeln. Anwendungen werden mit cloud nativen Frameworks und Funktionen neu konzipiert, sodass diese die Vorteile des Cloud-Computing vollumfänglich ausschöpfen können. Da Neuentwicklungen in der Cloud ressourcen- und zeitintensiv sind, sollten Unternehmen dieses Szenario nur für ausgewählte business-kritische Systeme in Betracht ziehen. Hier gilt es stets zu prüfen, ob sich die hohen Investitionen in eine Neuentwicklung rechnen. Technisch bedeutet dies, dass eigenentwickelte Anwendungen in skalierbare Komponenten zerlegt und in der Cloud neu codiert werden. Obwohl dieser Ansatz mit hohen Investitionen verbunden ist, bietet er jedoch die Möglichkeit Ihre Anwendungen und Infrastruktur so zu modifizieren, dass Cloud-native Funktionen in vollem Umfang genutzt und Kosteneffizienz in der Cloud erreicht werden kann.

Der Vergleich der Methoden zeigt, dass es nicht die eine ultimative Lösung gibt, um Anwendungen in die Cloud zu verschieben. Jeder Ansatz hat seine Vor- und Nachteile, sowie Risiken. Möglicherweise verwendest Du mehr als eine dieser Optionen, wenn Du planst gleich mehrere Anwendungen in die Cloud zu verschieben. Das verstehen der Prioritäten und Situationen Deines Unternehmens, sowie der Anwendungen selbst, hilft Dir die richtige Entscheidung zu treffen.

Meistere die Cloud Migration

Die Ausführungen zeigen, dass Unternehmen im Vorfeld der Migration weit mehr klären müssen, als die Fragen nach bevorzugten Diensten und Rechenzentren in der Cloud. Nachdem Du ableitend von der Cloud-Strategie (und der Entscheidung für die Migration einer Anwendung) einen detaillierten Migrationsplan mit Meilensteinen, Aktivitäten und unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten pro Anwendung erstellt hast, geht es mit der Arbeit im Detail los und Du bist bereit, Deinen Workload in die Cloud zu verschieben. Achte dabei auf die Schnittstellen, Informationsströme und Prozesse, die miteinander verknüpft werden müssen.

Tools der Cloud-Anbieter können Dich dabei unterstützen, Daten sowohl in den Storage hinein, als auch hinaus zu schieben. Objekte wie Dateien können mit nativen Tools meist problemlos migriert werden. Für den Fall, dass Deine Daten für diese konventionellen Migrationstools zu umfangreich sind, besteht die Möglichkeit des Imports sowie Exports. Somit kannst Du Festplatten mit den lokalen Daten an die Cloud Datacenter senden.

Generell ist empfohlen die Migration vorab ausreichend zu testen und zu pilotieren, bevor ein vollständiger Transfer der Anwendung in die Cloud stattfindet. Bei der Migration selbst solltest Du einen Notfallplan bereithalten. Stelle sicher, dass die Workloads entsprechend dem Plan ausgeführt werden, bevor Du deine lokale Infrastruktur ausmusterst. Führe Drilldowns aus, um zu überprüfen, ob sich Deine Sicherungs- und Disaster-Recovery-Lösungen wie erwartet verhalten.

Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen ist ein großer Schritt in Richtung Cloud getan. Im nächsten Schritt erfährst Du, warum Du unbedingt ein Cloud-Providermanagement etablieren solltest und wie Du iterativ den Erfolg Deiner Cloud messen kannst.

Schritt 4: Ein Cloud Provider-Management etablieren und iterativ den Erfolg der Cloud prüfen

Durch die Cloud können Unternehmen Ihre IT-Infrastruktur bzw. Applikationen schneller und flexibler verfügbar machen. Jedoch sollten Unternehmen dabei nicht außer Acht lassen, dass mit dem Schritt in die Cloud zusätzliche Aufgaben anfallen, und zwar sowohl für den Bezug als auch für die Verwaltung der Cloud-Services.

Die Verwaltung von Cloud-Services kann schnell komplex werden, da

  • Unternehmen häufig Services aus mehreren Public- und verschiedenen Private Clouds beziehen
  • Unternehmen mit unterschiedlichen Anbietern zusammenarbeiten
  • unterschiedliche User-Gruppen die Cloud-Services nutzen und
  • die Cloud-Nutzung sicher und gemäß gesetzlichen Auflagen zu erfolgen hat.

Nachdem Du nun Deine Potentiale in der Cloud identifiziert, eine passende Strategie entwickelt und die Migration geplant hast, möchten wir Dir im letzten Schritt verdeutlichen, warum ein funktionierendes Provider-Management in Sachen Cloud notwendig ist und warum dieses eine dedizierte Änderung in Deiner Organisation voraussetzt.

If you fail, fail fast – Überprüfe iterativ Deinen Erfolg und ziehe rechtzeitig die richtigen Schlüsse

Wer den Schritt in die Cloud plant, sollte das Thema Cloud Management von Anfang an berücksichtigen. Warum?

Als fester Baustein in der Sourcing-Strategie erweitert Cloud-Sourcing dauerhaft den Umfang des Provider-Managements. Mit einer zunehmenden Fertigungstiefe in der Cloud, verschieben sich die Möglichkeiten zur unmittelbaren Kontrolle und Steuerung der Cloud-Services. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass die Nutzung unterschiedlicher Cloud-Betriebsmodelle eher die Regel als die Ausnahme sein wird. Darum ist es mitunter wahrscheinlich, dass verschiedenste Dienstleister mit ihren eigenen Nutzungsverträgen, Leistungskatalogen und Support-Konzepten mitspielen werden. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Services und Providern wirken sich natürlich auch auf den Verwaltungsaufwand aus. Die IT-Organisationen müssen sich umstellen, wenn sie statt des Betriebs der eignen internen Systeme, die Cloud-Services von externen Dienstleistern verwalten und managen müssen. Hier gilt es cloud-spezifische Governance-Modelle zu erstellen.

32 Prozent verzichten darauf den ROI ihrer Cloud Projekt zu berechnen

Laut einer aktuellen Studie der Information Systems Audit and Control Association (ISACA) von Anfang 2018 verzichten 32 Prozent der Unternehmen darauf, den Return-on-Investment (ROI) ihrer Cloud-Projekte zu berechnen. Klar ist es eine Herausforderung, die zahlreichen Faktoren zu berücksichtigen um die Kostenstrukturen zu erfassen – aber genau deswegen müssen sich IT-Verantwortliche und Controller mit den Cloud-Kostenstrukturen ausreichend beschäftigen. Denn versteckte Kosten lauern überall. Falsche Kosteneinschätzungen führen fast immer zum Scheitern von Cloudprojekten. [1]

Aus diesem Grund ist ein Kosten-Controlling in puncto Cloud aufzusetzen. Ziel dabei ist es, eine zuverlässige Kostenkontrolle im Fall unterschiedlicher Verrechnungsarten, Metriken und Provisionsmodelle zu schaffen.

Ein Multi-Cloud-Betrieb schafft hier entsprechend noch höhere Komplexität. Kostenstrukturen einzelner Cloud-Anbieter lassen sich oft nicht direkt miteinander vergleichen. Jeder Cloud-Provider bietet eigene Tools für das Management. Selten sind diese untereinander kompatibel. Sogenannte Unified Performance Management (UPM) Tools sind ein gangbarer Weg für die Überwachung sämtlicher Cloud-Komponenten. Eine Liste solcher UPM-Anbieter stellt unter anderem Crisp Reserach in einer umfangreichen Cloud-Studie zur Verfügung.

Prüfen sollten Firmen, ob und wie entsprechende Cloud-Management- und Automatisierungswerkzeuge helfen können, um die Komplexität bei Bezug und Nutzung von Services aus unterschiedlichen Betriebsmodellen zu verringern.

Die Steuerung von Cloud-Service-Providern ist dabei sehr viel stärker automatisiert als im klassischen IT-Outsourcing. Das Cloud-Provider-Management muss sich somit in der Regel mit dem Standard Monitoring des Service-Providers arrangieren und hat hier wenig Spielraum.

Deine Organisation ist folglich auf die Aufgaben der Cloud Providersteuerung vorzubereiten. Mit dem Umzug in die Cloud ändert sich nicht nur die Betriebsform, sondern auch Deine interne Organisation, was das Adjustieren von internen Prozessen erfordert. Egal, für welche Lösung Du dich in Sachen Cloud-Management als Unternehmen entscheidest: Du musst bereit sein, in ständiger Abstimmung alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege zu akzeptieren. Cloud-Services spielen ihren Mehrwert vor allem nämlich dann aus, wenn sie flexibel sind.

Cloud-Check: Definiere Maßstäbe und Metriken

Definiere eigene Metriken, um nicht nur die Kosten, sondern auch vollumfänglich den geplanten Erfolg Deiner Cloud-Initiativen zu messen und nachzuvollziehen. Nur so können Sie aus Ihren Cloud-Projekten lernen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft ableiten.

Neben der Definition der Umfänge und der Ziele während der Strategiephase, sollten Unternehmen auch die fortlaufende Messung des Fortschritts berücksichtigen. Hier kann die Definition von Metriken hilfreich sein und Transparenz schaffen. Erfasse z.B.:

  • die Zeit (geplanter Arbeitsaufwand vs. tatsächlichem Aufwand)
  • die Qualität (einkalkulierte Fehler vs. aufgetretene Fehler)
  • das Budget (geplante Kosten vs. tatsächliche Kosten).

Solche Indexwerte eröffnen die Möglichkeit, den Gesundheitszustand der Cloud-Initiativen zu jeder Zeit transparent darzustellen und zu überprüfen.

Regelmäßige Reviews helfen außerdem dabei, Probleme aufzudecken, sodass schnell Korrekturmaßnahmen ergriffen werden können.

Neuer Call-to-Action

Fazit zur Journey Cloud Migration: Schritt für Schritt erfolgreich in die Cloud!

Blicken wir zurück auf die „Cloud Migration“ Studie der IDG (2018), ziehen Unternehmen für Ihre Migrationsprojekte in die Cloud generell ein positives Fazit. 94 Prozent der befragten Unternehmen bewerten den Weg in die Cloud als lohnenswert.

Mit Hilfe unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung bekommst du eine gute Übersicht über Notwendigkeiten, Anforderungen und Optionen in der Cloud. Der Weg in die Cloud ist umfassend zu planen und vorzubereiten. Aufgrund der Komplexität empfiehlt es sich, nicht gleich auf einen Schlag mit der gesamte IT-Umgebung in die Cloud zu ziehen. Vielmehr sollte pragmatisch geprüft werden, welche Bits and Bytes tatsächlich dazu beitragen, die notwendige Flexibilität für die Umsetzung von Veränderungen zu sichern.

Die Bewertung der beschriebenen technischen Komponenten der Cloud ist dabei notwendig, jedoch nicht ausreichend. Unternehmen sollten ihren Blickwinkel erweitern und sich die strategische Frage stellen, welche Dienstleistungen und neuen Geschäftsmodelle sich mit Hilfe von Cloud-Lösungen zukünftig realisieren lassen. Sei kreativ und denke auch über datengetriebene oder sogar disruptive Geschäftsmodelle nach!

Beginne noch heute mit Deinem persönlichen Paradigmenwechsel und starte mit Deinem Unternehmen den Weg in die Wolke!

Der d.velop PRAXIS Tipp

Spiele das theoretische Konstrukt doch einmal an einem Beispiel in der Praxis durch. Beginnen dabei mit einer konkreten Anwendung in Deinem Unternehmen z.B. Deinem Enterprise Content Management System.

Situation A) Du hast noch keine Lösung?

Hier bietet sich eine cloud-native SaaS Lösung an. Oder noch einfacher: Einzelne Servicelösungen aus der Cloud, wie beispielsweise d.velop sign– ein Tool zur Umsetzung digitaler Unterschriften. 

Situation B) Du hast ein Enterprise Content Management Lösung im Einsatz?
Hier musst Du abwägen: Deckt eine mögliche cloud-native SaaS Lösung alle geschäftskritischen Aktivitäten ab? Falls nicht, wie könnte eine Migration für die Anwendung aussehen? Welche Möglichkeiten Deine IT-Systeme bieten, erfährst Du hier im Systemcheck.

Benötigen Sie Unterstützung? Wir beraten Sie gerne über Ihr ECM in der Cloud!


[1] https://www.computerwoche.de/a/cloud-management-haelt-die-kosten-im-griff,3545935