Förderungen Digitalisierung: Ein Überblick über alle aktuellen Förderprogramme

Veröffentlicht 16.03.2022
Geschätzte Lesezeit 9 Min.
Julia Kupke

Julia Kupke Sales Development Representative d.velop

Blogartikel Beitragsbild Förderungen Digitalisierung

Effizienteres Arbeiten, indem ich als Unternehmen Zeit und Kosten einsparen kann? Klingt interessant. Und nebenbei noch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und Bäume retten? Wunderbar.

Ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) birgt genau diese Vorteile und ermöglicht das papierlose Büro – standortunabhängig. Die Einführung eines DMS ist eine Investition in die Zukunft und erleichtert den Arbeitsalltag erheblich. Doch wie finanziere ich diese Investition? Wir geben euch in diesem Blogartikel eine Übersicht, mit welchen Förderprogrammen das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) und die Bundesländer eure Digitalisierung fördern können.

First things first: Was sind Förderprogramme zur Digitalisierung?

„Förderprogramme sind verbindliche Regeln der öffentlichen Verwaltung für die Vergabe von Fördermitteln. Sie geben Auskunft über Förderzwecke, Fördervoraussetzungen und Förderbedingungen, die bei der Beantragung öffentlicher Förderungen einzuhalten sind. Typisch für öffentliche Förderdarlehen sind u.a. günstige Zinsen, lange Laufzeiten und eine oft tilgungsfreie Anlaufphase.“1 (Förderprogramme: Definition und Erläuterung im Gründer-Wissen (franchiseportal.de))

Definition Förderprogramme Digitalisierung

Förderprogramme zur Digitalisierung sind dementsprechend: ein Förderangebot zur finanziellen Unterstützung für Digitalisierungsvorhaben von Unternehmen. Dies kann u.a. die Einführung von neuer Software sein, die Arbeitsabläufe digitalisiert.

Warum sind Förderprogramme zur Digitalisierung so sinnvoll?

Als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit wird die Digitalisierung von Bund und Ländern gefördert, um die digitale Entwicklung voranzutreiben. Der initiale Kostenfaktor erschwert es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) den Einstieg in die Digitalisierung zu finden. Daher werden öffentliche Förderprogramme ausgeschrieben und Zuschüsse sowie Kredite/Darlehen angeboten, um Investitionen in digitale Technologien zu ermöglichen und digitale Geschäftsprozesse zu verbessern. Auch mithilfe digitaler Geschäftsmodelle ergeben sich so neue Chancen für Firmen, sich am Markt zu positionieren. Hiervon können insbesondere KMU profitieren und ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit stärken.

Förderungen zur Digitalisierung im Überblick:

Welche Förderprogramme zur Digitalisierung gibt es?

Unter zahlreichen Förderprogrammen ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten und herauszufinden, welches der passende Fördertopf ist. Unter den Digitalisierungsförderungen gibt es sowohl Programme des Bundes als auch auf Bundeslandebene. Abhängig vom jeweiligen Förderprogramm werden Ausgaben für Hard- und Software, die Weiterbildung und Qualifizierung von Mitarbeiter:innen sowie Beratung von externen Dienstleistern unterstützt. Die folgenden Kapitel helfen dir dabei, den Durchblick zu behalten.

Bundesweite Förderprogramme: Die BMWI Förderprogramme

Die Förderprogramme zur Digitalisierung auf Bundesebene werden vom BMWi ausgeschrieben und sind sogenannte Zuschussprogramme. Sie müssen im Anschluss nicht zurückbezahlt werden. Hier sind insbesondere zwei Digitalisierung-Förderprogramme nennenswert: Digital jetzt und go digital. Zudem gibt es die Möglichkeit, eine Finanzierung für die Bereiche Innovation und Digitalisierung über die KFW Bank zu beziehen. Die drei Förderprogramme zur Digitalisierung sind nachstehend einzeln und umfassend dargestellt.

1. Förderprogramm Digital Jetzt

Bedingungen

▶ 3-499 Beschäftigte

▶ KMU inkl. Handwerk und freie Berufe

▶ Die Investition muss innerhalb von 12 Monaten getätigt werden.

▶ Dieses Angebot gilt bis einschließlich 31.12.2023.

Was wird gefördert?

▶ Digitale Technologien, Soft- oder Hardware (Fördermodul 1)

▶ Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen (Fördermodul 2)

Höhe der Förderung

▶ Der Förderzuschuss wird an den Investitionskosten bemessen und staffelt sich nach Unternehmensgröße:
< 50 Beschäftigte: bis zu 40 %
< 250 Beschäftigte: bis zu 35 %
< 499 Beschäftigte: bis zu 30 %

▶ Pro Unternehmen beträgt die maximale Fördersumme 50.000 €.

2. Förderprogramm go-digital

Bedingungen

▶ <100 Beschäftigte

▶ <20 Mio. € Vorjahresumsatz

▶ KMU inkl. Handwerk und freie Berufe

▶ Die Laufzeit des Projekts: max. 6 Monate

▶ Dieses Angebot gilt bis einschließlich 31.12.2024.

Was wird gefördert?

▶ Digitale Geschäftsprozesse und Markterschließung, Online-Marketingmaßnahmen

▶ IT-Sicherheit

▶ Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie

▶ Aktive Beteiligung an der sich entwickelnden Datenökonomie („go-data“)

Höhe der Förderung

▶ Der Förderzuschuss bezieht sich auf Beratungsleistungen. Diese werden mit einem Fördersatz von 50 % auf einen maximalen Beratertagessatz von 1.100 € für bis zu 30 Tage erbracht.

3. Kredit ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

Bedingungen

▶ KMU der gewerblichen Wirtschaft und freie Berufe

▶ Mind. 2 Jahre Bestehen am Markt

▶ <250 Beschäftigte

▶ <43 Mio. € Vorjahresumsatz

sowie:

▶ Größere mittelständische Unternehmen, die sich mehrheitlich im Privatbesitz befinden

▶ <500 Mio. € Gruppenumsatz

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierung der Produktion und Verfahren

▶ Digitale Produkte (z.B. Aufbau digitaler Plattformen)

▶ Aufbau einer Digitalstrategie und -organisation

Höhe der Förderung

▶ Die Höhe des Kredits muss zwischen 25.000 – 25 Mio. € betragen ab 1,12 % effektivem Jahreszins.

Bundeslandspezifische Förderprogramme zur Digitalisierung

Neben den bundesweiten Förderungen zur Digitalisierung, gibt es Förderprogramme der Bundesländer. Diese unterscheiden sich in ihrer Finanzierungsform in Kredite/Darlehen und (anteilige) Zuschüsse. Die nachstehende Auflistung gibt einen dedizierten Überblick über die einzelnen Förderungen der Bundesländer.

Baden-Württemberg: Digital@bw Digitalisierungsprämie Plus

Bedingungen

▶ <50 Beschäftigte

Was wird gefördert?

▶ Digitale Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)

Höhe der Förderung

▶ Es kann zwischen einem Darlehen und einem Zuschuss gewählt werden. Hierbei werden Vorhaben mit einem Kostenvolumen zwischen 10.000 – 120.000€ unterstützt.

Bayern: Digitalbonus.Bayern

Bedingungen

▶ <50 Beschäftigte

▶ <10 Mio. € Jahresumsatz

Was wird gefördert?

▶ Digitale Produkte, Prozesse, Dienstleistung

▶ IT-Sicherheit

▶ IKT Hard- und Software

Höhe der Förderung

▶ Digitalbonus Standard: bis zu 10.000 € Zuschuss für Digitalisierung und IT-Sicherheit

▶ Digitalbonus Plus: bis zu 50.000 € Zuschuss für Innovationen

Brandenburg: Brandenburgischer Innovationsgutschein (BIG)

Bedingungen

▶ KMU inkl. Handwerksbetriebe

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierungsmaßnahmen

Höhe der Förderung

▶ BIG-Digital: Der Zuschuss erfolgt in Form einer Anteilfinanzierung (50 %) von einer Investition zwischen 50.000 – 500.000€.

Bremen: ReSTART Digitalisierung

Bedingungen

▶ KMU der gewerblichen Wirtschaft inkl. Handwerksbetriebe und Soloselbstständige

▶ Unternehmensgründung vor dem 31.12.2020

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierung der Arbeits- und Produktionsprozesse

▶ Informationssicherheit

▶ Qualifizierungsmaßnahmen

Höhe der Förderung

▶ Der Zuschuss erfolgt in Form einer Anteilfinanzierung, abhängig von der Unternehmensgröße:
– Kleinst- und Kleinunternehmen: 40 %
– Mittlere Unternehmen: 30 %

Hamburg: Hamburg-Kredit Innovation

Bedingungen

▶ <250 Beschäftigte

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierungsmaßnahmen inkl. Betriebsmittel

Höhe der Förderung

▶ Es wird ein Darlehen zwischen 25.000 – 1,5 Mio. € angeboten.

Hessen: Distr@l Digitalisierung stärken – Transfer leben

Bedingungen

▶ KMU der gewerblichen Wirtschaft

▶ Laufzeit des Projekts: 12-36 Monate

Was wird gefördert?

▶ Digitale Innovationsprojekte für Produkte und Prozesse (Förderlinie 2)

Höhe der Förderung

▶ Es werden anteilige Zuschüsse in Höhe von 100.000 – 500.000 € mit einer Förderquote zwischen 25 – 50 % geboten.

Mecklenburg-Vorpommern: Initiative zur Stärkung der Digitalisierung

Bedingungen

▶ KMU

Was wird gefördert?

▶ Innovative Lösungen zur Digitalisierung

Höhe der Förderung

▶ Förderung von Prozessinnovationen: Zuschussförderung bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben (max. 100.000 €)

Mecklenburg-Vorpommern: DigiTrans

Bedingungen

▶ <250 Beschäftigte

▶ Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € oder

▶ Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. €

Was wird gefördert?

▶ Ausgaben für Wirtschaftsgüter zur Digitalisierung

Höhe der Förderung

▶ Förderung von Digitalisierungs-Investitionen: Zuschüsse bis zu 10.000 € bis zu 50 % der förderfähigen Kosten.

▶ Anteilsfinanzierung als Zuschuss für
– Kleinst- und Kleinunternehmen: bis zu 50 %
– Mittlere Unternehmen: bis zu 35 %

Niedersachsen: Digitalbonus.Niedersachsen

Bedingungen

▶ <250 Beschäftigte

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen

▶ IT-Sicherheit

Höhe der Förderung

▶ Direkter Zuschuss für:
-Kleinst- und Kleinunternehmen: bis zu 50 %
-Mittlere Unternehmen: bis zu 30 %

▶ Die Förderhöhe beträgt von 2.500 – 10.000 €.

Nordrhein-Westfalen: Digitalisierungsgutschein

Bedingungen

▶ <250 Beschäftigte

▶ Jahresumsatz max. 50 Mio. € oder

▶ Bilanzsumme von max. 43 Mio. €

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierungsmaßnahmen

Höhe der Förderung

▶ MID-Gutschein Digitalisierung: Die Förderung enthält einen Zuschuss von bis zu 15.000 €.

Nordrhein-Westfalen: Förderprogramm Digihandel NRW

Bedingungen

▶ Kleinst- und Kleinunternehmen

▶ Einzelhandel

Was wird gefördert?

▶ Software-Lizenzen / Digitale Tools

▶ Digitale Hardware

▶ Weiterbildungsmaßnahmen

Höhe der Förderung

▶ Der Zuschuss bietet eine Förderhöhe zwischen 500 – 2.000 €.

Rheinland-Pfalz: DigiBoost Rheinland-Pfalz

Bedingungen

▶ <100 Beschäftigte

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierung der Produktion und Verfahren

▶ Digitale Produkte und Dienstleistungen

▶ Digitale Geschäftsmodelle und Vertriebskanäle

Höhe der Förderung

▶ Der Zuschuss liegt zwischen 4.000 – 15.000 €. Dabei ist die Förderung gestaffelt nach Unternehmensgröße:
– <10 Beschäftigte: 75 %
– 10-29 Beschäftigte: 50 %
– 30-100 Beschäftigte: 25 %

Saarland: DigitalStarter Saarland

Bedingungen

▶ KMU

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierung von Geschäfts- und Produktionsmodellen

▶ Hard- und Software

▶ Weiterbildung

Höhe der Förderung

▶ Ein Zuschuss von Investitionen zwischen 3.000 – 12.500 € wird gewährt:
– Kleine Unternehmen: bis zu 50 %
– Mittlere Unternehmen: bis zu 30 %

Sachsen-Anhalt: Digital Innovation

Bedingungen

▶ KMU

Was wird gefördert?

▶ Entwicklung innovativer Produkte, Produktionsprozesse, Geschäftsmodelle und -abläufe

▶ IT-Sicherheit

Höhe der Förderung

▶ Es wird ein Zuschuss von bis zu 70 % bis max. 70.000 € je Projekt gewährt.

Sachsen-Anhalt: IB-Digitalisierungsdarlehen

Bedingungen

▶ KMU

Was wird gefördert?

▶ Wirtschaftsgüter

▶ Personalkosten

▶ Projektausgaben

▶ Fremdleistungen

Höhe der Förderung

▶ Ein Darlehen in Höhe von 10.000 – 1,5 Mio. € kann beantragt werden.

Schleswig-Holstein: DigiBonus II

Bedingungen

▶ <20 Beschäftigte

▶ Laufzeit des Projekts: max. 8 Monate

Was wird gefördert?

▶ IT-Sicherheit

▶ Digitale Geschäftsmodelle

▶ Digitalisierung von Prozessen, Produkten, Verfahren

Höhe der Förderung

▶ Die Investition muss min. 8.000 € und darf höchstens 17.000 € betragen. Ein Zuschuss bis zu 50 % wird gewährt.

Thüringen: Digitalbonus Thüringen

Bedingungen

▶ KMU

Was wird gefördert?

▶ Digitalisierung von Betriebsprozessen

▶ Digitale Produkte und Dienstleistungen

▶ IT-Sicherheit

Höhe der Förderung

▶ Der Zuschuss enthält eine Förderung von bis zu 50 %, höchstens eine Investition von 15.000 €. Die förderfähigen Ausgaben müssen min. 5.000 bis max. 150.000 € betragen.

Welche Bedingungen müssen grundsätzlich erfüllt sein, um Förderprogramme zur Digitalisierung zu beantragen?

Eine Bedingung zur Beantragung des jeweiligen Fördermittels ist, dass sich der Firmensitz in Deutschland respektive im entsprechenden Bundesland befindet und die geförderte Maßnahme dort eingesetzt wird.

Des Weiteren muss der Antrag vor Beginn des Digitalisierungsvorhabens gestellt werden und die Verwendung der Fördermittel nachweisbar sein. Nach einem erfolgreichen Verwendungsnachweis kann die Auszahlung der Zuwendung erfolgen (Kostenerstattungsprinzip).

Die oben genannten Förderungen zur Digitalisierung fallen unter die De-minimis-Beihilfen. Das bedeutet, dass innerhalb der letzten 3 Steuerjahre der Gesamtbetrag in Höhe von 200.000 € an öffentlichen Fördermaßnahmen nicht überschritten werden darf – unabhängig vom Beihilfegeber. Sofern du bereits innerhalb dieser Zeit einen Bewilligungsantrag gestellt hast und dieser unter den maximalen Betrag der Beihilfen fällt, kannst du es einfach in der De-minimis-Erklärung angeben.

Bitte beachte, dass die Daten sich auf Quellen vom Stand 03.03.22 beziehen und ohne Gewähr zu betrachten sind. Lass uns daher gerne persönlich darüber sprechen.

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